Melanie Astles, die Herrin in luftigen Höhen

Die Französin, 33, ist die erste Pilotin des Red-Bull-Air-Race. In Spielberg gibt sie ihr Debüt.

MEDIENTAG RED BULL AIR RACE: ASTLES
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MEDIENTAG RED BULL AIR RACE: ASTLES
(c) APA/ROBERT JAEGER

Wien. Was die Formel 1 noch nicht zustande gebracht hat, in anderen Motorsportserien (IndyCar, Nascar) hingegen längst gang und gäbe ist, wird nun auch im Red-Bull-Air-Race Realität: eine Frau hinter dem Lenkrad, in diesem Fall hinter dem Steuerknüppel. Ab heute bestreitet die 33-jährige Mélanie Astles in Spielberg ihr erstes Rennwochenende in der Nachwuchsklasse.

Bis dorthin war es ein langer Weg für die Französin. Um sich die Fliegerei zu finanzieren, verlässt sie die Schule und heuert bei einer Tankstelle an. Mit 21 Jahren gehen sich die ersten Flugstunden aus, insgesamt sieben Jahre arbeitet sie als Tankstellenmanagerin für ihren Traum vom Fliegen. Im Kunstflug wird sie Teamweltmeisterin und reift so zur Air-Race-Pilotin.

„Ich frage herum und erhalte gute Ratschläge“, erklärt Astles ihr Verhältnis zur männlichen Konkurrenz. „Das Air Race ist irgendwo doch ein Männersport“, sagt WM-Favorit Hannes Arch, „allein schon deshalb muss man eine Frau respektieren, die so weit kommt.“

Dass sie nun eine Vorreiterin ist, war aber nicht Astles Kalkül. Vor zwei Jahren sei sie beim Chef des Air Race vorstellig geworden und habe von ihrem Traum erzählt. „Ich habe ein paar Trainingsläufe gemacht – und hier bin ich.“ Ihr Ziel ist freilich die Master Class von Arch und Co., denn im Flugzeug hat es ohnehin weder Vor- oder Nachteile, eine Frau zu sein. „Mir ist es ziemlich wurscht, ob ich gegen eine Frau oder einen Mann fliege“, meint Arch. Eine Kampfansage, wenn man so will. (joe)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.04.2016)

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