Der Leichtathletik-Weltverband IAAF hat in Afrika heuer keine einzige unangemeldete Blutkontrolle vornehmen lassen. Das bestätigte Chris Butler, Anti-Doping-Sprecher der IAAF, auf Anfrage dem in Berlin erscheinenden "Tagesspiegel" (Dienstag-Ausgabe). Nur in Blutkontrollen kann zum Beispiel der Missbrauch mit Wachstumshormonen nachgewiesen werden. Aus Afrika kommen die besten Langstreckenläufer der Welt.
"Das ist sehr überraschend und absolut inakzeptabel", sagte der schwedische Doping-Experte Bengt Saltin der Zeitung. Die IAAF begründet die Kontroll-Lücke in Afrika mit den Fehlen von akkreditierten Doping-Labors und die Schwierigkeiten beim Transport der Blutproben: Sie müssen nach Entnahme bei vier Grad plus gekühlt werden und dürfen nicht länger als 36 Stunden unterwegs sein.
"Selbst wenn es ein Labor in Südafrika gäbe, wäre es schwer, eine Probe aus Kenia dorthin zu bringen", sagte Butler. Die IAAF hoffe darauf, dass die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) bald weitere Labors akkreditiert.
Indes ist fix, dass der deutsche Bundespräsident Horst Köhler am Samstag in Berlin die 12. Leichtathletik-WM eröffnen wird. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel wird anwesend sein.
(Ag.)

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