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Usain Bolt: "Ich glaube, die Welt hört bei 9,4 auf"

16.08.2009 | 17:39 |   (Die Presse)

Der jamaikanische Weltrekordler Usain Bolt glaubt, dass 9,4 Sekunden über 100 Meter nicht zu unterbieten sind.

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BERLIN (mal). Findige Wissenschaftler sind sich sicher, dass mit den 9,58 Sekunden von Bolt das sprichwörtliche Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht ist. Frei nach dem Motto: Schneller geht immer.

John Einmahl, Mathematik-Professor der Universität Tilburg in den Niederlanden, stellt eine besonders kühne These auf: Laut Ergebnissen seiner Extremwertstudie könnte ein Mensch die 100 Meter in 9,29 Sekunden laufen – theoretisch. Allerdings hat Einmahl die Bestleistungen nicht über lange Zeiträume hinweg analysiert und auch keine physiologischen Daten erhoben: „Größe, Gewicht, Alter, Muskelmasse oder Talent spielte keine Rolle. Auch die Zeitprogression war nicht unsere Methode.“ Stellt sich die Frage, wie realitätsnah eine solche Berechnung sein kann.

Etwas realistischer scheinen die Berechnungen des Biologen Mark W. Denny zu sein. Der Professor, der an der renommierten Stanford-Universität in Kalifornien tätig ist, sieht das Ende der physischen Sprintmöglichkeiten über 100 Meter bei 9,48 Sekunden. Nicht berücksichtigen konnte Denny bei seinen Untersuchungen allerdings den Faktor Doping.
„Das Ende ist in Sicht“, sagt der US-Amerikaner über die Rekordjagd. Bald werde man die olympischen Spiele und ähnliche Großveranstaltungen aus einer anderen Perspektive betrachten. „Mit Gold alleine ist man heutzutage kein Held mehr, man muss auch den Weltrekord brechen. Eines Tages aber wird es reichen, Gold zu gewinnen“, prognostiziert Denny, der seine Studie Ende 2008 im „Journal of Experimental Biology“ veröffentlicht hat.

Noch „Luft“ nach oben

Etwas Zeit haben die Sportfans noch, sich an die neue Sichtweise zu gewöhnen. „Es sieht so aus, als ob Männer in keiner Disziplin die Höchstgeschwindigkeit erreicht hätten“, erklärte Denny, der seine Prognosen auf Langzeitvergleiche der Bestzeiten von Läufern, Rennpferden und Windhunden stützt. Während die „tierischen Zeiten“ seit Jahren vorbei sind, gebe es bei sprintenden Sportlern noch „Luft“ nach oben. Zwischen einem (400 Meter) und fünf Prozent (5000 Meter) lasse sich das Durchschnittstempo noch steigern – und damit auch der Weltrekord.

Weltrekordler Usain Bolt sieht das ganz ähnlich. „Ich glaube, ich kann 9,4 schaffen“, sagte Bolt im April dieses Jahres. „Aber ich glaube, die Welt hört bei 9,4 auf.“ Mittlerweile hat er seine eigene Leistungsgrenze nach oben revidiert. 9,54 Sekunden seien möglich, meinte er wenige Wochen vor der WM in Berlin. Sein Trainer Glen Mills habe errechnet, dass er sich bei optimalen Bedingungen um 0,15 Sekunden verbessern könnte.

Wäre Bolt bei seinem Olympiasieg die 100 Meter voll durchgelaufen, er wäre seiner persönlichen Schallgrenze bis auf ein Hundertstel nahegekommen und hätte eine Zeit von 9,55 in den Beinen gehabt. Das will der norwegische Physiker Hans Erikson bei seiner Analyse des olympischen Finallaufs herausgefunden haben.

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4 Kommentare
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"Ich glaube, die Welt hört bei 9,4 auf"

ich glaube, die welt hört dort auf, wo die medikamentenschachtel aufhört!

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3 Jahre

Ich glaube dieser Rekord hält mindestens 3 Jahre . . .

Gast: Ein Ätzer
16.08.2009 23:30
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Herr Bolt muß jetzt gut aufpassen

Sei es wie es sei. Trotz allem muß gesagt werden, daß Herr Bolt ein bißchen übertrieben hat. Die 11/100 s hätte er locker auf drei Weltrekorden verteilen können.

So kommt er seiner persönlichen Grenze schon bedrohlich nahe.

Sportlich gesehen, beeindruckt seine Leistung.

Gast: trainingsraum
16.08.2009 18:53
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warum so pessimistisch?

I can mohr!