Eishockey: Wenn der Puck den Stürmer findet

Mit Powerplay-Effizienz sind die Vienna Capitals ins Halbfinale gestürmt. Überragend in den Play-offs bisher: Topscorer Riley Holzapfel und Rafael Rotter.

Sieggarant Holzapfel.
Schließen
Sieggarant Holzapfel.
Sieggarant Holzapfel. – (c) Haumer/EXPA/picturedesk.com

Wien. Ein „Sweep“ ist schon eine Ansage im Titelrennen. 4:0 haben die Vienna Capitals die Viertelfinalserie (Best of seven) gegen Innsbruck gewonnen, mit einem 3:2-Auswärtssieg gleich den ersten Matchpuck verwertet. Zwar war es die erste Play-off-Teilnahme der Tiroler seit 2008/09, doch mit dem Halbfinaleinzug ohne Niederlage haben die Wiener ihren Favoritenstatus eindrucksvoll bestätigt. Der zweite Meistertitel nach 2005 ist noch in weiter Ferne, selten aber waren die Vorzeichen besser.

Capitals-Erfolgsgarant ist derzeit das Powerplay. Auf 57 Prozent haben die Capitals ihre Powerplay-Effizienz in den Play-offs gehoben, im 54-Spiele-Vorgeplänkel des Grunddurchgangs waren es noch 20 Prozent gewesen. So gelangen zwölf der 19 Play-off-Tore im Überzahlspiel, in Innsbruck zuletzt sogar alle drei Treffer. Matchwinner in Spiel vier war einmal mehr Capitals-Topscorer Riley Holzapfel mit seinem Triplepack (5., 19., 33.). „Der Puck hat mich gefunden. Ich bin da, um Tore zu schießen“, meinte der 28-jährige Kanadier, mit acht Toren und drei Assists der bisher überragende Offensivspieler der Play-offs. Als Vorbereiter glänzte der 29-jährige Wiener Publikumsliebling Rafael Rotter (acht Assists).

Die makellose Viertelfinal-Bilanz war nur in Spiel zwei in Gefahr. In der längsten Partie der Capitals-Klubgeschichte mussten die Wiener 104 Minuten und bis in die dritte Verlängerung kämpfen, ehe der 4:3-Auswärtserfolg feststand. Unbestritten das Schlüsselspiel der Serie, kraftraubend zwar, aber goldwert für Teamgeist und Zusammenhalt – ein optimales Szenario zu Beginn der Play-offs, in denen am Ende oft der Siegeswille entscheidet.

Mit Euphorie, Laufbereitschaft und der nötigen Härte wurde Innsbruck in der Folge aufgerieben. „Natürlich gab es Momente, in denen ich ein bisschen nervös wurde. Aber meine Burschen haben bis zum Schluss gekämpft. Es ist gut, dass wir jetzt ein paar Tage mehr zum Regenerieren haben“, meinte Capitals-Headcoach Serge Aubin. Der Auftakt zur Halbfinalserie steigt am 14. März in Kagran, der Gegner steht noch nicht fest.

 

Meister in der Verlängerung

Ebenso mit „Sweep“ über Znojmo ist der KAC ins Halbfinale eingezogen. Seit der Pick Round (acht Siege in zehn Spielen gegen die Topteams) sind die Kärntner ein Titelkandidat, die letzten zehn Partien hat der Rekordmeister allesamt gewonnen. Titelverteidiger Salzburg hingegen muss noch kämpfen. Am Mittwoch hat der Meister zu Hause gegen die Graz 99ers einen weitereren Matchpuck (Stand in der Serie: 3:1). Die Black Wings Linz stehen schon heute gegen Südtirol mit dem Rücken zur Wand (1:3, 19.45 Uhr, live Servus TV). (joe)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 07.03.2017)

Die Presse - Testabo

Testen Sie jetzt „Die Presse“ und „Die Presse am Sonntag“ sowie das „Presse“-ePaper und sämtliche digitale premium‑Inhalte 3 Wochen kostenlos und unverbindlich.

Jetzt 3 Wochen testen
Meistgelesen
    Kommentar zu Artikel:

    Eishockey: Wenn der Puck den Stürmer findet

    Schließen

    Sie sind zur Zeit nicht angemeldet.
    Um auf DiePresse.com kommentieren zu können, müssen Sie sich anmelden ›.