New York (red.). Das Strahlemann-Image eines ehemaligen Tennisstars hat sich Andre Agassi mit seiner Dopingbeichte selbst angekratzt. Zudem droht dem 39-Jährigen ein juristisches Nachspiel. Denn die Weltantidopingagentur Wada prüft mögliche Schritte gegen Agassi.
Der US-Amerikaner hat in seiner Biografie „Open“ den Missbrauch der synthetischen Droge „Crystal Meth“ gestanden.
„Er hat etwas eingenommen, was 1997 auf der Liste der verbotenen Substanzen stand. Dagegen können wir nichts mehr tun, weil die Verjährungsfrist von acht Jahren abgelaufen ist“, erklärte Wada-Generaldirektor David Howman. „Aber wenn Agassi unter Eid gelogen hat, erfordert das weitere Untersuchungen, um zu sehen, ob ein Verfahren eingeleitet wird.“
Agassi hat zugegeben, nach einem positiven Dopingtest einer Sperre nur mithilfe einer Lüge entgangen zu sein. „Wir kennen alle den Fall Marion Jones. Sie hat vor Gericht gelogen, mit so etwas kann man nicht so einfach davonkommen“, sagte Howman. Jones saß wegen Meineids sechs Monate im Gefängnis. Die US-Sprinterin hatte auf Fragen zu ihrer Einnahme verbotener Substanzen vor Gericht gelogen.
Boris Becker, Roger Federer, Rafael Nadal und auch Thomas Muster haben schockiert bzw. enttäuscht auf Agassis Geständnis reagiert. Andy Murray hat sich aber vor Agassi gestellt. „Ich beurteile ihn als Tennisspieler. Er war großartig, einer der besten aller Zeiten. Niemand will Drogen im Sport, aber jeder macht Fehler“, sagte der Weltranglistenvierte am Montag. Auch Andy Roddick hat erklärt, Agassi werde stets sein Idol bleiben.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 03.11.2009)

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