23.11.2009 00:57 | Meine Presse Merkliste0

Handball: Gunnar Prokop tritt als Trainer zurück

03.11.2009 | 18:46 |   (Die Presse)

Gleichsam um die EHF-Rechtskommission milde zu stimmen, kündigte Prokop am Dienstag in einem offenen Brief seinen Rücktritt an. Der 69-Jährige aber bleibt auch nach dem Skandalfoul Manager von Hypo Niederösterreich.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Wien (mhk). Über das Ausmaß der Strafe für Gunnar Prokop will man in der Südstadt nicht spekulieren. Dass Sanktionen unabwendbar sind, steht allerdings fest: Prokop war am vergangenen Donnerstag im Champions-League-Heimspiel gegen Metz Sekunden vor Spielende auf das Feld gestürmt und hatte sich der ballführenden Metz-Spielerin Svetlana Ognjenovic in den Weg gestellt. Mit der Attacke unterbrach Prokop einen Konter der Gegnerinnen und trug dazu bei, seinem Team ein 27:27 zu retten.

Am Mittwoch will die Europäische Handballföderation (EHF) an ihrem Sitzungsort Wien ein Urteil über den zunächst mit der Roten Karte bestraften Trainer fällen. Eine politische Entscheidung traf die EHF bereits: Das Exekutivkomitee enthob Prokop seiner Funktionen als Vorsitzender des Klubkomitees und Mitglied der Spielbetriebskommission.

Gleichsam um die EHF-Rechtskommission milde zu stimmen, kündigte Prokop am Dienstag in einem offenen Brief seinen Rücktritt an. Jenen als Trainer – Manager von Hypo Niederösterreich bleibt er weiterhin. Schließlich, so hat Prokop immer wieder betont, denke er erst dann an den Abschied vom Handball, wenn sein Klub ein neuntes Mal die Champions League gewonnen habe. Wer Prokops Nachfolger als Trainer wird, blieb vorerst offen.

Am Tag nach dem Skandal hatte Prokop gegenüber der „Presse“ gemeint, er habe die Spielerin stoppen müssen, um das Remis zu sichern. Die Aufregung um die Unsportlichkeit verstehe er nicht, zudem hätten die Referees seinem Team übel mitgespielt: „Taktisch war es völlig richtig. Ja, und ich würde es wieder tun ...“

Subalternes Schreiben

In dem Schreiben kehrt der 69-Jährige nun den Reumütigen hervor. Er spricht von einer „unentschuldbaren Fehlreaktion“, die „schon auf Grund meiner 37-jährigen Tätigkeit nicht vorkommen dürfte“. Er selbst könne seine Tat nicht nachvollziehen und sprach von einer „Kurzschlusshandlung“. Das Lächeln, mit dem er nach dem Foul vom Platz gegangen sei, erklärte er mit dem „verlegenen Lächeln des sich seiner Schuld bewussten Missetäters“. Und er zitiert den deutschen Fußballtrainer Otto Rehagel: „Ein Trainer darf zwei Stunden nach einem emotionalen Spiel nicht ernst genommen werden.“

Prokops Fazit: „Es tut mir mehr als leid.“ Und: „Ich habe mein Traineramt bereits zurückgelegt und werde versuche, diese Situation mit einem Psychologen aufzuarbeiten.“ Wie die EHF diesen Schlusssatz lesen wird, bleibt spannend: Will Prokop das Foul oder seinen Rücktritt auf der Couch behandeln?

>>> Gunnar Prokops Foul bei youtube

("Die Presse", Print-Ausgabe, 04.11.2009)

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Artikel kommentieren Kommentieren BookmarkBookmarken bei [Was ist das?]

Als Gast kommentieren

...oder einloggen um als registrierter Benutzer zu kommentieren (Vorteile dieser Variante)

*... Pflichtfelder

Sicherheitscode
(Was bringt das?)*


Schwer lesbar?
Neuen Code generieren

Verbleibende Zeichen

45 Kommentare
Gast: Marcel
19.11.2009 16:39
0 0

Hypo

Ihr I......, schaut auf euch selbst, Fehler hat jeder schon gemacht! Und wegen dem Lächeln danach, das hat er bei einer Pressemitteilung erklärt, und jeder der ihn kennt weiss auch auch warum das so war! Dank Gunnar Prokop haben wir in Österreich eine Mannschaft auf die man stolz sein kann (schon seit Jahren)! Spart euch eure unqualifizierten Meldungen, und schauts euch weiter unsere ganzen anderen Sportversager an!!! Natürlich im Fernsehen, weil sonst hätten wir ja mal das Stadion , die Halle, usw. mit Zuschauern gefüllt!!!!!!!!!

Gast: Wolfgang
05.11.2009 11:08
0 0

Welches Foul wäre nicht unrecht?

Das Foul von Herrn Prokop war so unrecht wie jedes Foul, nicht mehr und nicht weniger. Es gibt keinen Grund, es anders zu bewerten. Die Reaktionen fallen maßlos aus, weil "so etwas" halt noch nie da war. Die Strafe gegen Herrn Prokop ist völlig überzogen, und die Beschimpfungen sagen mehr über die Kritiker aus als über den Anlass.

Antworten Gast: Doris
14.11.2009 09:05
0 0

Re: Welches Foul wäre nicht unrecht?

da muss ich extrem widersprechen. Das war kein normales foul. Ein foul von anderen gegenspielern ist teil des spiels. aber der trainer gehört auf die bank und hat auf dem spielfeld NICHTS zu suchen. ich hab lange handball gespielt, aber sowas ist mir noch nie untergekommen

Gast: ludwig
04.11.2009 19:26
0 0

da erwin wird¿s schon richten !

da erwin wird schon richten - dafür tut der Gunnar nichts ausplaudern was im Innenministerium so vorgefallen ist - Diese Strafe ist viel zu niedrig ! Dass ist schon wieder so eine Gefälligkeitsstrafe !

Gast: Gruß aus Ungarn
04.11.2009 11:10
0 0

Immer wieder...... (Österreich?)

Bereits 2000 hat Herr Prokopp bei einem Strum auf die Schiedsrichterkabine in Dunaujvaros von ihn daran hindernden Ordnern Verletzungen erlitten und dann groß "Prokopp in Kabinengang zusammengeschlagen" in kleinformatiger Zeitung in Österreich das zu bedauernde Unschuldslamm gespielt.
Wenn er Ungarisch könnte sollte er lesen was in Ungarischer Presse die letzten Tage gestanden ist.
Bereits 2000 hat Manager von Dunafer ihm geraten zu Psychologen zu gehen, warum erst jetzt?

Gast: peter
03.11.2009 14:06
0 1

die Nähe zur ÖVP ist....

...ihm in den Kopf gestiegen - ich habe ihn einmal erlebt und zu meiner Frau(Neurologin) gesagt ob der nicht in eine Anstalt für geistig abnorme gehöre ? Dort liegen sicher gesündere in Behandlung ?

0 0

Ein Manisch-Getriebener geht ab


Gunnar Prokop kann nicht anders: er ist ein manisch Getriebener, ein 1000%, ein Hooligan in der Trainermaske. Genie und Wahnsinn.

Es ist schade dass sein Lebenswerk mit diesem Ausraster gekrönt und in die Geschichte eingehen wird.

Aber er hat etwas wesentliches nicht verstanden: der egoistische Zweck heiligt nicht die unfairen Mittel. Vor allem nicht im Sport, der sich krampfhaft in der Öffentlichkeit zumindest den Anschein der Fairness wahren muss.

Danke Gunnar Prokop.

Antworten Gast: Franz
03.11.2009 18:06
1 0

Re: Ein Manisch-Getriebener geht ab

Warum Genie? Ein Manschaft mit Topspielerinnen aus dem Ostblock zusammenkaufen kann jeder der das Geld dafür auftreibt. Wahnsinn, das trifft auf alle Fälle zu und es ist eins Schande das weder die Vereinsführung von Hypo NÖ und der Ö-Handballverband diesen Irren sofort rausgeschmissen und lebenslang gesperrt haben. Seine aufgesetzte verlogene Entschuldigung hätte sich der unfeine Herr auch sparen können.

Gast: Valery
03.11.2009 12:41
0 0

Black-Out

Prokop ist ein verdienter Trainer und Funktionär, der nun eine himmelschreiende Dummheit begangen hat.

Diese gehört bestraft.

Deswegen sein Lebenswerk nicht mehr anzuerkennen, wäre aber zu viel der Strafe.

Gast: Jack
02.11.2009 17:38
1 0

Die Mannschaft kann nichts dafür!

Die grobe Unsportlichkeit des Trainers ist eine nie dagewesene Tat. Die Konsequenzen müssen hier sehr drastisch sein. Lebenslange Verbannung von a l l e n sportlichen Aktivitäten im Funktionärsbereich, egal welcher Sportart. Aber: die Mädels können nichts dafür. Sie zu bestrafen, wäre nicht fair. Dann lieber entsprechenden Druck auf die Vereinsspitze ausüben, damit Herr Prokop mit sofortiger Wirkung entlassen wird. Auch die Bewertung der Schiris mit der roten Karte war vollkommen korrekt. Sie müssen halt jetzt einen entsprechenden Bericht an das Schiedsgericht anfertigen. Aber die Fernsehbilder sprechen da ja schon Bände.
Mir als Nachbar aus Deutschland tut eure Nation wirklich leid, gerade in Hinsicht auf die bevorstehende Handball-EM. Es ist einzig und allein Schuld eines Einzelnen!

Antworten Gast: Gunnar der Schreckliche
04.11.2009 18:51
0 0

Re: Die Mannschaft kann nichts dafür!

Der Trainer ist immer Teil der Mannschaft, leider!

Antworten Gast: Gast
03.11.2009 13:31
0 0

Re: Die Mannschaft kann nichts dafür!

1. Ich persönlich finde die Tat von Prokop abscheulich.
2. Das Problem ist aber, daß jahrzehntelang solche extreme Unsportlichkeiten in vielen Sportarten nicht geahndet wurden (Erfolg egal wie). Man denke nur an den schmutzigen Schumacher, der sich einige Weltmeistertitel so ergaunert hat. Sein erster Weltmeistertitel ähnelt sehr dem Foul vom Prokop!

Gast: Ramon
31.10.2009 18:57
0 0

Klinkaufenthalt

Ich hoffe der Herr Prokop bekommt bald gute, professionelle Hilfe. So ein Verhalten ist einfach nicht normal. Selbst wenn ein Trainer so ein unsportliches und zutiefst abzulehnendes Foul (Tätlichkeit?) begeht, sollte er doch danach nicht frech in die Kamera grinsen und noch seine Tat loben. Jeder Richter würde so einem Straftäter, zu Recht, das allerhöchst mögliche Strafmaß aufbrummen. Dieser Mann ist krank.

Gast: Panda
31.10.2009 17:49
0 0

Hypo steht also

fuer Unsportlichkeit?!

Gast: Liese
31.10.2009 17:48
0 0

eine wiederliche Figur

könnt sich der Staatsanwalt anschaun. Nötigung?

cybercon
04.11.2009 15:59
0 0

so wi(e)derlich

wie Ihre orthographischen Fähigkeiten?

Gunnar Prokopp

Der Mann ist für den österreichischen Sport untragbar. Der Vorfall ist mit der unsäglichen Aktion des Herrn Briatore in der Formel 1 gleichzusetzen. Das Spiel gehört zulasten der Südstädter strafverifiziert, der Trainer mit einer saftigen Geldstrafe belegt und lebenslang gesperrt.

Gast: Lumpazi
31.10.2009 16:42
0 0

Eine Unsportlichkeit ohnegleichen


Dem Mann gehört lebenslang Berufsverbot.



Gast: Christian
31.10.2009 15:56
1 0

Das muss Folgen haben!

Schlimmer noch als das Foul an sich ist die Aussage Prokops, er würde das Foul für taktisch richtig halten. Was für ein Wahnsinn - hier hat jemand völlig den Sinn für Sport und Fairness verloren. Der Mann ist offenbar völlig auf einem anderen Stern - das ist kein Sport, den ich sehen will, kein Sport, den ich meinen Kindern zeigen möchte. Hoffentlich verschwindet dieser peinliche "Vertreter" österreichischen Sports nun endlich von der Bühne - durch lebenslange Sperre!

Gast: Balduin Hugo
31.10.2009 12:05
0 0

unbedingt ansehen...

Der Kommentar ist ja wirklich großartig... Gunnar Prokop fragt sich: "Was habe ich da jetzt gemacht?" hahahaha

"das ist jetzt nicht wirklich fair".... understatement des Jahres!

ORF-sport ist ja urlustig.

Gast: Bild Leser
31.10.2009 10:35
0 0

Keine eigene Sichtweise?

Warum muss denn ein anderes Medium - die Bild Zeitung - bemüht werden, für den Satz, dass P. den Platz mit einem Grinsen im Gesicht verlassen hat?
Kann sich jeder im youtube anschauen.
Ordentlich recherchieren, dann braucht man sich nicht hinter anderen zu verstecken.

Gast: gästin
31.10.2009 09:53
0 0

er gehört gesperrt

und außerdem:
Einst sagte er z.B. im TV, daß Kunstturnerinnen beim Ausführen von Spagaten ihre sexuelle Lust ausleben würden. Von den männlichen Kunstturnern sagte er natürlich gar nichts, und daß man beim Spagat aber genauso konzentriert turnt wie beim Saltospringen, weil man ja mitten im Ablauf der Kür oder Pflicht ist, und ganz andere "Sorgen" hat als Erotik (nämlich die Übungen bestmöglich auszuführen), glaubt er nicht... - Eigentlich ein Wunder, daß sich ein Frauen-Handballteam von so jemandem trainieren läßt!

0 0

Re: er gehört gesperrt

Prokop wünschte sich ja auch einst "die Frauen zurück an den Herd"; doch kann man von dort für Hypo-Südstadt Tore werfen? Und daß er für eine generelle Doping-Freigabe eintritt, macht ihn ja auch nicht gerade zu einem echten Sport-Vorbild für die Jugend!

Lange Zeit galt Prokop dennoch als "positive Sportbesessener"; das hat sich seit letzter Woche wohl endgültig erledigt. Weil dieser Herr das ganz alleine selbst besorgte. Wer sonst wäre dazu auch imstande gewesen?

Antworten Gast: Gast
31.10.2009 16:51
0 0

Re: er gehört gesperrt

... so fraulich sind die Spielerinnen eh net, muuaahhh.


Antworten Antworten Gast: gästin
03.11.2009 22:38
0 0

Re: Re: er gehört gesperrt

nicht fraulich? weil das nötige Fett für die Rundungen fehlt??

Gast: Gast0001
31.10.2009 09:40
0 0

Prokop

Warum hat man diesen Typ nicht schon längst aus dem Sport entfernt? Sicherungen können nur durchbrennen, wenn vorhanden. Dass mit dem Alter nicht notwendigerweise auch die grosse Weisheit kommt, sieht man an diesem ungustiösen Macho......

Schlagzeilen