Sechs Fragen zur kommenden Beachvolleyball-WM in Wien

In Wien findet ab Ende Juli erstmals die WM statt. Wer die Spieler sind, und warum es auch für Wiener etwas zu feiern gibt.

Noch ist vom Strand-Urlaubsgefühl, das Beachvolleyball mit sich bringt, nichts zu spüren. Derzeit wird auf der Donauinsel noch aufgebaut.
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Noch ist vom Strand-Urlaubsgefühl, das Beachvolleyball mit sich bringt, nichts zu spüren. Derzeit wird auf der Donauinsel noch aufgebaut.
Noch ist vom Strand-Urlaubsgefühl, das Beachvolleyball mit sich bringt, nichts zu spüren. Derzeit wird auf der Donauinsel noch aufgebaut. – (c) Stanislav Jenis

1. Beachvolleyball? Sollte das nicht eigentlich in Klagenfurt stattfinden?

Ja, bisher war Klagenfurt das Beachvolleyball-Mekka. Dort fand jedes Jahr ein großes Beachvolleyball-Turnier statt, zweimal auch Europameisterschaften. Nun kehrt Organisator Hannes Jagerhofer der Stadt den Rücken. Das hat freilich wirtschaftliche Gründe. Während das finanziell angeschlagene Klagenfurt nur 500.000 Euro zahlen wollte, hat sich die Bundeshauptstadt bereit erklärt, die von Jagerhofer angestrebte Million an Subvention zu zahlen. Den Betrag, betonte man im Büro von Sport-Stadtrat Andreas Mailath-Pokorny (SPÖ), bekomme man durch Werbung freilich um ein Vielfaches zurück. Es ist übrigens erst die zweite Beachvolleyball-WM auf österreichischem Boden, obwohl die Veranstaltung heuer ihr 20-jähriges Jubiläum feiert. Die erste Österreich-WM fand 2001 in – erraten – Klagenfurt statt.

2. Wer wird dort spielen? Wer sind die Favoriten?

48 Frauen- und 48 Männerduos, also 192 Aktive, spielen von 28. Juli bis 6. August 2017 auf der Wiener Donauinsel um Gold, Silber und Bronze. Österreich ist als Gastgeber mit sieben Teams vertreten, Clemens Doppler/Alexander Horst bzw. Stefanie Schwaiger/Katharina Schützenhöfer waren als nationale Toppaarungen gesetzt und haben somit in der Gruppenphase schwächer gereihte Gegner zugelost bekommen. Insgesamt sind 40 Nationen vertreten, von Beachvolleyball-Mekka Brasilien über die USA bis Mosambik. Im Männerbewerb sind Alison/Bruno die Gejagten, die Brasilianer reisen als regierende Weltmeister und Olympiasieger an. Bei den Frauen ist eine Titelverteidigung nach der Trennung von Agatha/Barbara unmöglich, beste Chancen auf die Nachfolge haben mit Larissa/Talita ebenfalls Brasilianerinnen sowie die deutschen Olympiasiegerinnen Laura Ludwig/Kira Walkenhorst. Inklusive Titelentscheidung werden 216 Matches ausgetragen.

3. Gibt es auf dem Areal noch anderes als Beachvolleyball zu sehen?

Ja. Das Areal ist mit 60.000 m2 reiner Eventfläche groß – neben dem Centercourt, den Sidecourts und VIP-Bereichen gibt es auch noch das riesige Beach Village, das täglich offen hat. Dort kann man sich in Liegestühlen die Spiele auf zwei großen Public-Viewing-Wänden ansehen, zahlreiche Foodtrucks und Getränkestände sorgen für Essen und Trinken. Wer mutiger ist, hängt sich in die Seilrutsche Flying Fox oder springt beim Bag Jump in ein riesiges Kissen. Nach dem letzten Spiel am Tag legen DJs auf dem Areal auf, bis es um rund 23 Uhr geschlossen werden muss. Dann geht es an manchen Tagen in der Stadt weiter. Die im Vorfeld angekündigte und gleich nebenan geplante Jugend- und Freizeitmesse von 3. bis 6. August geht übrigens ganz in der WM auf. Während des gesamten Wettbewerbzeitraums können Interessierte im Beach Village Aktivitäten wie Klettern auf einer Boulderwand oder das Fahren mit E-Trial-Bikes ausprobieren.

4. Welche Veranstaltungen gibt es rund um die WM in der Stadt?

Insgesamt sind acht Side-Events geplant. Die größten sind die beiden Feste am Finalwochenende (4. bis 6. August). Freitag und Samstag finden dann im futuristischen Library-Center der WU Wien, in der Mensa und auf einer knapp 6000 m2 großen Freifläche zwei große WM-Partys statt – mit DJs auf verschiedenen Floors, außerdem gibt es ein Gastspiel von Conchita Wurst. Die anderen Veranstaltungen sind in bekannten Wiener Partylocations geplant, etwa in der Strandbar Herrmann, der Pratersauna oder zum Büroschluss-After-Work-Clubbing im Le Méridien. Für die Feste in der WU gibt es einen Vorverkauf. Bei den anderen gilt: First come, first serve. Der Eintritt ist manchmal frei, manchmal wird der clubübliche Preis verlangt. Die genauen Daten für die Feste werden demnächst auf der WM-Homepage (www.beachvienna.com) veröffentlicht.

5. Wenn der Eintritt frei ist, warum verkaufen die Veranstalter Tickets?

Grundsätzlich gilt, wer früh dort ist, der bekommt auch einen Platz. Das Gelände wird allerdings gesperrt, wenn die Kapazitäten voll sind. Das heißt, wer sicher einen Zugang zum Veranstaltungsgelände haben will, der muss sich einen Beach Island Pass (um 16 Euro) kaufen, mit dem er fix auf das Gelände darf – allerdings nicht fix ins Stadion. Ein Medal Matches Ticket (ab 85 Euro) garantiert einen Sitzplatz für die Wettbewerbe um Bronze bis Gold.

6. Wie viel Sand benötigt eigentlich eine Beachvolleyball-WM?

Viel. Seit Anfang Juli wird auf der Donauinsel aufgebaut – denn das Areal ist deutlich größer als in Klagenfurt, das Stadion fast so groß wie jenes bei den Olympischen Spielen in Rio. Insgesamt werden 70 Container für Infrastruktur, Entertainment, Polizei, Rettung etc. verbaut und 50 Zelte aufgestellt. Und Sand? Davon werden 2500 Tonnen auf der Insel verteilt.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 15.07.2017)

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