Radsport: Russen wollen Schadenersatz in Dopingkrise

Drei russische Radfahrer verklagen die Weltantidopingagentur und Chefermittler Richard McLaren.

Drei russische Radfahrer verklagen die Weltantidopingagentur (Archivbild).
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Drei russische Radfahrer verklagen die Weltantidopingagentur (Archivbild).
Drei russische Radfahrer verklagen die Weltantidopingagentur (Archivbild). – (c) APA/EXPA/JFK

Toronto. Es war nur eine Frage der Zeit, nun geht es im russischen Dopingskandal erstmals vor Gericht. Die Radsportler Kirill Sweschnikow, Dmitri Strachow und Dmitri Sokolow reichten Montag vor dem Obersten Gerichtshof in Ontario Klage gegen die Internationale Anti-Doping-Agentur (WADA) und den Verfasser des McLaren-Reports Klagen ein. Hintergrund sind angeblich falsche Doping-Unterstellungen, wodurch massive Rufschädigung entstanden sei.

In ihrer Klageschrift führen die Sportler an, dass die WADA, deren Sitz in Montreal ist, und Richard McLaren sie in einer „überstürzten und kompromittierten Ermittlung unfairerweise in ein vermeintliches Dopingkomplott“ verwickelt hätten. Als Folge dessen seien sie nicht zur Teilnahme an den Sommerspiele 2016 in Rio berechtigt gewesen, was ihr „Lebenstraum“ gewesen sei, hieß es in einer Pressemitteilung der Anwaltskanzlei McCarthy Tetrault aus Toronto. Die Athleten verlangen Schadenersatz.

 

In Lausanne abgewiesen

Das Trio war unter jenen russischen Sportlern, die nach Veröffentlichung des McLaren-Reports ausgeschlossen wurden. Der kanadische Anwalt Richard McLaren hatte in seinem „Report“ zahlreiche Beweise für systematisches Doping sowie die Manipulation von Dopingproben durch russische Athleten und Funktionäre dargelegt.

In dem Bericht heißt es, 26 positive Dopingproben von russischen Radsportlern seien vertuscht worden. Die drei Kläger werden diesbezüglich nicht namentlich genannt. Um an den Spielen teilnehmen zu können, hätte es letztgültig eine Erlaubnis des Internationalen Radsportverbandes UCI bedurft. Eine Beschwerde vor dem Internationalen Sportgerichtshof in Lausanne wurde in dieser Causa abgewiesen. (red)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 13.09.2017)

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