Madrid/Ag. In Spanien gilt Alberto Contador als Volksheld. Der Radprofi gewann dreimal die Tour de France und zweimal den Giro – doch seit dem am Montag verkündeten Dopingurteil erfreut er sich einer noch größeren Popularität. Denn Spaniens Medien stützen ihm nach der vom Sportgerichtshof CAS verhängten zweijährigen Sperre und der Aberkennung aller seit Juli 2010 errungenen Titel durchwegs den Rücken.
„El Pais“ wittert in der Causa „reine Willkür“. Denn der deutsche Tischtennisspieler Dimitrij Ovtcharov, bei dem im August 2010 ebenfalls das Kälbermastmittel Clenbuterol entdeckt wurde, ist ohne Sperre davongekommen. Dabei hat auch er sich wie Contador sofort auf „verunreinigtes“ Fleisch berufen. Für „El Mundo“ ist das ein Skandal: „Jeder Jurist, der das Urteil liest, kommt zu dem Schluss, dass die Sperre kompletter Irrsinn ist.“ „Marca“ titelt sogar: „Der Sportgerichtshof hat den Verstand verloren.“
Die Sperre des Radstars ist fix, er wird die Tour 2012 und Olympia verpassen, dem Saxo-Bank-Team droht eine Herabstufung. Wada-Präsident John Fahey reagiert auf die Kritik besonnen: „Es ist bedauerlich, dass es in der ersten Instanz Einflussnahmen gab. Das führte zwangsläufig zu der Berufung vor dem CAS.“
("Die Presse", Print-Ausgabe, 08.02.2012)

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