Boxen: Dreifacher Olympiasieger Stevenson gestorben

12.06.2012 | 10:53 |   (DiePresse.com)

Teofilo Stevenson galt als einer der größten Amateur-Schwergewichtsboxer und verstarb im Alter von 60 Jahren an einem Herzinfarkt. Der Kubaner holte 1972, 1976 und 1980 Olympia-Gold.

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Der dreifache kubanische Box-Olympiasieger Teofilo Stevenson ist im Alter von 60 Jahren in Havanna an einem Herzinfarkt gestorben. Das berichteten am Montag (Ortszeit) kubanische Medien. Stevenson galt als einer der größten Amateurboxer in der Schwergewichtsklasse. Er eroberte bei den Olympischen Spielen 1972 in München, 1976 in Montreal sowie 1980 in Moskau jeweils die Goldmedaille. Die Chance auf einen vierten Olympiasieg wurde Stevenson durch den kubanischen Boykott der Sommerspiele 1984 in Los Angeles genommen.

Wie Nachbarn berichteten, starb Stevenson unerwartet. "Am Abend ging es ihm noch gut", sagte einer seiner Freunde der Nachrichtenagentur dpa in Havanna. Allerdings war der 1986 zurückgetretene Box-Star bereits Ende Jänner wegen Blutgerinnseln in der Herzgegend behandelt worden.

301 Siege in 321 Kämpfen

Der technisch überaus versierte, elegante Boxer war auch dreimal Amateur-Weltmeister (1974, 1978, 1986) und feierte in seiner Karriere 301 Siege in 321 Kämpfen. Nach seinem Rücktritt war Stevenson als Trainer und später als Direktor im kubanischen Verband tätig und an der großen Karriere von Felix Savon beteiligt, der ebenfalls dreimal Olympia-Gold im Schwergewicht holte (1992, 1996, 2000).

Schon nach seinem ersten Olympiasieg hatte Stevenson das Interesse von US-Promotoren auf sich gezogen, die ihn mit dem Versprechen einer Millionen-Gage zu einem Übertritt ins Profilager und einem Duell mit Muhammad Ali bewegen wollten. Weil Kuba auch schon damals dem Profitum ablehnend gegenüberstand, wäre dieser Schritt für Stevenson mit dem Verlassen seiner Heimat verbunden gewesen. Doch der Boxer wollte nicht ins Exil und blieb im Land Fidel Castros, der ihm ein Haus schenkte.

(ag)

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