Dem weltbekannten Nürburgring in der deutschen Eifel droht die Pleite. Die EU-Kommission will laut einem Bericht der "Rhein-Zeitung" (Dienstag) kein grünes Licht für eine Rettungsbeihilfe geben, die das Land Rheinland-Pfalz in Brüssel beantragt hat. Die EU-Kommission sagte dagegen, sie habe noch nicht entschieden.
Bei der Hilfe geht es um eine Finanzspritze von 13 Millionen Euro für die Besitzgesellschaft und die Stundung von Zinsen für ein 330 Millionen-Euro-Darlehen der landeseigenen Investitions- und Strukturbank. Der Freizeitpark an der Formel-1-Strecke ist ein Prestigeprojekt, das aber kriselt. Die SPD-Alleinregierung hatte dort vor einigen Jahren rund 330 Millionen Euro in den Ausbau gesteckt.
Laut der "Rhein-Zeitung" lehne die EU-Kommission die Beihilfe ab und stufe sie als unzulässig ein. Damit sei der Ring pleite und das Land müsse ihn komplett oder in Teilen verkaufen. Die laufende Saison werde voraussichtlich wie geplant fortgeführt.
Ohne Hilfe ist Insolvenz unabwendbar
Der Bericht legt nahe, dass ohne die finanziellen Hilfen die Insolvenz und der Verkauf der Rennstrecke unabwendbar sind. Denn die Besitzgesellschaft der Rennstrecke, die Nürburgring GmbH, kann aufgrund ausbleibender Pachtzahlungen durch die mittlerweile gekündigten privaten Betreiber die Zinsen für den 330 Millionen-Euro-Kredit nicht mehr zahlen.
Laut Zeitungsbericht ist die Nürburgring GmbH mit 413 Millionen Euro verschuldet. Der Versuch des Landes Rheinland-Pfalz, die Rennstrecke mit dem Projekt "Nürburgring 2009" und Ferienhäusern, Hotels, Gasthäusern und einem Freizeitpark aufzuwerten, war zuvor bereits gescheitert.
2012 findet der Formel-1-Grand-Prix von Deutschland am kommenden Wochenende auf dem Hockenheimring statt. Durch den jährlichen Wechsel wäre 2013 wieder der Nürburgring an der Reihe. Ob die Formel 1 im kommenden Jahr auf dem Nürburgring zu Gast sein wird, steht nun aber mehr denn je in den Sternen.
Der frühere Nürburgring-Geschäftsführer Walter Kafitz war im März dieses Jahres vom Red-Bull-Ring in Österreich in führender Rolle engagiert worden. Kafitz war von 1994 bis 2009 u.a. Hauptgeschäftsführer der Nürburgring-GmbH, musste dort aber nach finanziellen Turbulenzen unfreiwillig den Hut nehmen. Danach war er u.a. bei den Formel-1-Rennstrecken in Abu Dhabi und Neu Delhi beratend tätig.
(ag)
Stand in der WM-Wertung
Grid GirlsSchönheiten der Boxenstraße
SchnappschussDie besten Sportbilder