Singapur/RED. Die Nachtfahrt in Singapur führt die Formel 1 am Sonntag (Start 13.30 Uhr MESZ) an ihre Grenzen. Tropische Hitze, der Kampf gegen die Zeitverschiebung und die innere Uhr, und alles im Scheinwerferlicht – das sind die Zutaten dieses Spektakels. Singapur gilt seit 2008 als Kronjuwel im F-1-Kalender. Neben Monaco und Abu Dhabi werden hier auch die meisten Geschäfte eingefädelt. Darum steht dieser GP bei Chefvermarkter Bernie Ecclestone so hoch im Kurs. Die Startgebühr von 30 Millionen Dollar sind für ihn in diesem Fall ein „Nebengeräusch“.
„Singapur ist gut für die Formel 1, und die Formel 1 ist gut für Singapur“, sagt Ecclestone und erklärt damit den Mythos des 14. GP dieser Saison. 1600 Scheinwerfer bringen 3,2 Millionen Watt Leistung, zwölf Generatoren liefern Strom, 240 Stahlträger halten die Gestelle und mehr als 108 Kilometer Kabel wurden verlegt.
Für diese Details haben die Piloten freilich keinen Kopf. Die Jagd auf WM-Leader Fernando Alonso (Ferrari, 179 Punkte) hat absoluten Vorrang. Ex-Weltmeister Kimi Räikkönen (Lotus, 141) und Lewis Hamilton (McLaren, 142) sowie Doppelweltmeister Sebastian Vettel (Red Bull, 140) müssen sieben Rennen vor Saisonende ihre Rückstände verkleinern. Im Vorjahr triumphierte Vettel, heuer will Alonso vorlegen. Der Spanier träumt vom dritten WM-Titel, dem ersten mit Ferrari. „Damit würde für mich ein Traum in Erfüllung gehen.“
("Die Presse", Print-Ausgabe, 21.09.2012)
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