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Sauber: „Würde Schumi sofort nehmen“

21.09.2012 | 18:28 |   (Die Presse)

Vor dem Grand Prix in Singapur erregt weiterhin das Transfertheater um Lewis Hamilton die Gemüter – der Brite soll Michael Schumacher bei Mercedes nachfolgen.

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Singapur/Fin. Die Werbebranche hat wieder einmal das passende Timing erwischt. Die Anspannung im Kampf um den WM-Titel in der Formel 1 ist sieben Rennen vor Saisonende enorm und nun heizte vor dem GP am Sonntag in Singapur der Spot eines Whiskeyherstellers die Stimmung weiter an. Er zeigt, wie der Brite Lewis Hamilton seine Initialen mit rauchenden Reifen des McLaren-Rennautos auf den Asphalt der Rennstrecke schreibt. An sich ein Werbegag, doch in Anbetracht der Tatsache, dass Hamilton derzeit tatsächlich für die meisten Gerüchte auf der Transferbörse sorgt, erwarteten den Weltmeister von 2008 bei seiner Ankunft in Singapur sehr viele unangenehme Fragen.

Dem 27-Jährigen, der mit 142 Punkten Zweiter in der Fahrer-WM ist und am Sonntag tunlichst Punkte auf den Führenden Fernando Alonso (179 Zähler) gutmachen muss, war das Fragespiel zum Wechsel von McLaren zu Mercedes zu viel. „Rubbish – das ist doch Unsinn“, sagte Hamilton. Und trotzdem: Die Spekulationen, wonach der Brite mit Saisonende bei den Silberpfeilen anheuern und Michael Schumacher, 43, in Pension schicken wird, wollen einfach nicht abreißen.

Der Fahrerzirkus wartet gespannt auf Hamiltons Unterschrift, denn erst nach der Bekanntgabe seines Arbeitgebers kommen in der Gunst weiter hinten gereihte Piloten ins Gespräch. Dieses Thema begleitete auch das spektakuläre Nachtrennen in Singapur, das laut Meteorologen heuer von Hitze und starken Regenschauern geprägt sein soll.

 

Auch Fragen drehen sich im Kreis

Jede Aussage, jeder Schritt im Fahrerlager des grell ausgeleuchteten Marina Bay Street Circuit rund um den „Singapur Flyer“ wurde genau verfolgt. Die Fragen um Hamilton drehten sich genauso im Kreis wie das grandiose Riesenrad oder die Spekulationen um Michael Schumacher. Bleibt er bei der Marke mit dem Stern, wechselt er zu Sauber oder hört er endgültig auf?

Schumacher im Sauber-Auto? Was illusorisch klingt, bringt Teamchef Peter Sauber jedenfalls Aufmerksamkeit und die nützt der Schweizer gekonnt. „Ich würde ihn nehmen“, sagt Sauber und gibt schmunzelnd zu bedenken, dass sicher auch andere „Teams bereit wären, mit Michael zu sprechen“. Gespräche gab es noch nicht, eine Verbindung besteht dennoch bereits seit zwei Jahrzehnten. Der Schweizer betreute „Schumi“ einst im Juniorteam von Sauber-Mercedes und er soll es auch gewesen sein, der 1991 vor dem GP von Spa in Eddie Jordans Büro 150.000 Pfund auf den Tisch geblättert hat, um dem Deutschen das F-1-Debüt zu ermöglichen.

Die Formel 1 verlangt immer Geld und Geduld. Hamiltons Vertrag mit McLaren läuft zu Saisonende aus und das Verhältnis zwischen ihm und Mentor Ron Dennis scheint abgekühlter denn je zu sein, auch soll es sich am Gehalt spießen. Der Rennfahrer lehnt eine Gehaltskürzung, die ihm der Rennstall bereits angekündigt hat, kategorisch ab. Weil es zu diesem Spiel gehört, hat sich zu Hamiltons Missfallen längst ein anderer Pilot bei McLaren ins Spiel gebracht: der Mexikaner Sergio Perez. Er fuhr mit Sauber dreimal auf das Podest, verfügt über eine außerordentliche Mitgift und gilt im Gegensatz zum „Hollywood-Piloten“ Hamilton als „pflegeleicht“.

Makulatur schienen jedenfalls nach dem ersten Singapur-Training alle Bedenken über Effizienz und Laufzeit der Lichtmaschine im Red-Bull-Boliden zu sein. Sebastian Vettel lieferte die schnellste Runde ab – zum Leidwesen von Hamilton, der Zweiter wurde.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 22.09.2012)

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