Eine der erfolgreichsten Sportkarrieren der Welt steht vor ihrem Ende: Formel-1-Rekordweltmeister Michael Schumacher steigt zum Jahresende 2012 wohl endgültig aus dem Cockpit. Sein Rennstall Mercedes wird den Vertrag mit dem 43-jährigen Deutschen nicht verlängern.
Die Karriere des Michael Schumacher: Zwischen ''Schummel-Schumi'' und Formel-1-Legende
Alle 45 Bilder der Galerie »Der Nachfolger des siebenfachen Weltmeisters steht bereits fest: Mercedes bestätigte, dass Lewis Hamilton ab 2013 drei Jahre für die Silberpfeile fährt. McLaren hat mit dem Mexikaner Perez auch schon Ersatz für den Briten gefunden.
"Es wird Zeit für eine neue Herausforderung", sagte Ex-Weltmeister Hamilton zu seinem Wechsel, um den wegen der Gehaltsforderungen lange gepokert worden war. "Ich denke, ich kann mithelfen, die Silberpfeile an die Spitze zu steuern und irgendwann Weltmeister zu werden" erklärte der 27-jährige Champion von 2008.
"Wünsche Lewis alles Gute"
In einer Pressemitteilung meinte Schumacher, der wohl am 25. November in Interlagos/Brasilien zum letzten Mal in einem Formel-1-Auto sitzen wird: "Ich hatte drei schöne Jahre beim Mercedes-F1-Team, die leider sportlich nicht so gelaufen sind, wie wir uns das alle gewünscht hatten. Ich wünsche Lewis alles Gute und der gesamten Mannschaft den Erfolg, für dessen Aufbau wir so hart gearbeitet haben".
Seit seinem Comeback im Jahr 2010 hat Schumacher bisher einen Podestplatz - Platz drei in diesem Jahr in Valencia - eingefahren. Doch nach dem Großen Preis von Singapur war Kritik am Deutschen laut geworden: Schumacher fiel zum siebenten Mal in dieser Saison aus.
Daimler-Chef Dieter Zetsche nannte die fehlenden Erfolge von Schumacher im Silberpfeil als Grund für die Trennung mit Saisonende. Mercedes habe mit dem Rekordweltmeister seine Ziele in der Formel 1 nicht erreicht. "Damit war eine Voraussetzung für eine Vertragsverlängerung nicht mehr gegeben", sagte Zetsche der "Welt" am Freitag in Paris. Der deutsche Autobauer habe mit Schumacher "eine gute Zeit" gehabt, betonte Zetsche und versicherte: "Es hat Spaß gemacht."
Lauda zu den Silberpfeilen
Auch der dreifache Weltmeister Niki Lauda kommt zu Mercedes - der 63-jährige Österreicher wird Mitglied des Aufsichtsrates. Lauda ist derzeit als TV-Presenter und in anderen Funktionen in der Formel 1 tätig und hatte zuletzt maßgeblich mitgeholfen, einen Kompromiss zwischen Mercedes und Formel-1-Chefvermarkter Bernie Ecclestone im Ringen um das sogenannte Concorde-Agreement herbeizuführen. Deshalb hat Mercedes nun nach langem Poker als letztes Topteam auch den neuen Formel-1-Grundlagenvertrag unterzeichnet.
Der Grundlagenvertrag regelt die Verteilung der Vermarktungseinnahmen und soll bis 2020 gelten. Der deutsche Autobauer hatte mit Ecclestone lange um die Konditionen für einen Verbleib in der Königsklasse des Motorsports gerungen. Mercedes war verärgert darüber, dass Ecclestone den Rivalen Ferrari, McLaren und Red Bull höhere Bonuszahlungen gewähren wollte.
Die Mehrheit der Teams hat den Vertrag bereits unterschrieben. Zwischen Mercedes und Ecclestone war es nach einem Zerwürfnis zuletzt mit Hilfe von Lauda zu einer Annäherung gekommen. "Wir wollen so eingestuft werden, wie es sich gehört", sagte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug, zu dem der dreifache Formel-1-Weltmeister Lauda ein sehr gutes Verhältnis hat, zuletzt in Singapur.
Mit der Zustimmung von Mercedes rückt möglicherweise auch der Börsengang der Formel 1 wieder näher. Ecclestone will die Rennserie in Singapur an die Börse bringen und einen zweistelligen Millionenbetrag erlösen. Mit der Unterschrift des deutschen Autokonzerns hat Ecclestone nun alle wichtigen Teams langfristig an die Formel 1 gebunden.
(Red./APA)
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