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Formel 1: Hamiltons Klaustrophobie

02.10.2012 | 18:18 |   (Die Presse)

Vor dem Japan-GP dreht sich alles um Lewis Hamilton, dessen Flucht in die Freiheit und zu Mercedes. Der 27-Jährige setzt bewusst seine Karriere aufs Spiel

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Suzuka/Ag/Red. Der Wechsel von Lewis Hamilton zu Mercedes und die offene Zukunft von Michael Schumacher liefern die großen Themen für das Gastspiel der Formel 1 kommendes Wochenende im japanischen Suzuka.

Im betongrauen Fahrerlager von Suzuka kann Lewis Hamilton schon seine Zukunft sehen. Wenn der britische Formel-1-Star heute zum ersten Mal nach der Verkündung seines überraschenden Abschieds die McLaren-Box betritt, wird nur zwei Garagen weiter am Silberpfeil von Michael Schumacher geschraubt. Mit dem Wechsel in den Mercedes des ausgebooteten Rekordweltmeisters verbindet sich für Hamilton Risiko mit Befreiung.

Der 27-Jährige setzt bewusst seine Karriere aufs Spiel, um sich als der bessere Schumacher zu beweisen. Eine nächtliche Plauderei mit Niki Lauda in einem Luxushotel in Singapur überzeugte Hamilton wohl endgültig vom Schritt zum schwäbischen Autobauer. „Denk doch mal so: Wenn Schumacher das Mercedes-Team in drei Jahren nicht nach vorn bringen konnte, und du machst es nächstes Jahr viel besser, dann hat das großen Einfluss auf deine Persönlichkeit, und die Leute werden dich viel mehr schätzen“, sagte der künftige Mercedes-Aufsichtsrat Lauda in jener Nacht zu Hamilton.

Ein paar Tage später unterschrieb der Champion 2008 einen Dreijahresvertrag. Zeit für eine neue Herausforderung sei es, begründete Hamilton seine unerwartete Entscheidung. „Er hat gefühlt, dass dies die nächste Stufe seiner Karriere ist“, erklärte Mercedes-Teamchef Ross Brawn.

Triple-Weltmeister Damon Hill meint: „Lewis war bei McLaren eingesperrt wie ein Vogel im Käfig.“ Tatsächlich fühlte sich der extrovertierte Rennfahrer zuletzt bei seinem Team immer unwohler. Zu viele Verpflichtungen, zu wenig Freiheit. Sogar seine Pokale musste er bei McLaren abliefern. „Daily Mail“ meint sogar, Hamilton habe die Enge bei McLaren als „klaustrophobisch“ empfunden.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 03.10.2012)

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