25.05.2013 20:52 Merkliste 0

Inspiration oder Betrug – Vettel hat „Vorbild“ verloren

12.10.2012 | 18:35 |  von MARKKU DATLER (Die Presse)

Lance Armstrongs Dopingpraktiken erschüttern die Sportwelt. Sogar in der von Geld, Macht und Erfolg geprägten Formel 1 herrscht ob dieser Skrupellosigkeit große Enttäuschung.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Yeongam/Wien. Die Formel 1 gilt als steriler, von Macht, Industrie und Intrigen geprägter Sport. In keiner anderen Sportart steht Geld so unbestritten im Vordergrund. Mitunter wird in der Box spioniert oder auf der Strecke gerempelt, das wird noch in Kauf genommen. Aber solche Skandale, wie sie der Radsport erlebt, sind in Ecclestones PS-Zirkus aus Geschäfts- und Imagegründen undenkbar.

Die Enthüllungen der Dopingpraktik von Lance Armstrong durch die US-Anti-Doping-Agentur verdarben F1-Weltmeister Sebastian Vettel die Stimmung. Die schnellste Runde beim Training für den Grand Prix von Südkorea am Sonntag (8Uhr, ORFeins) war schnell vergessen. Vettel sagt: „Ich habe mein Vorbild verloren. Armstrong ist vielen Leuten ein Begriff, nicht nur im Radsport. Im Nachhinein in dieser Hinsicht enttäuscht zu werden ist sehr, sehr schade.“

 

Träger des „Gelben Armbandes“

Das Denkmal Armstrong existiert nicht mehr. Auch F1-Stars sind manchmal nur Fans und der 25-jährige Heppenheimer war glühender Anhänger des Texaners, der ihm mit seiner Lebensgeschichte, Leiden und Siegen imponiert hat. Dass der Radstar laut USADA „das raffinierteste, professionellste und erfolgreichste Dopingprogramm betrieben“ hat und Kollegen eingeschüchtert haben soll, deprimierte Vettel.

Fernando Alonso trug wie viele andere auch stolz das „Gelbe Armband“ mit dem Livestrong-Schriftzug. Es irritiert, das alle Erfolge des Texaners nur dank der verbotenen Substanzen zustande gekommen sein sollen, meinte Alonso, der Armstrong dennoch als „Inspiration“ bezeichnete.

Wer in den Rückspiegel blickt, sieht nicht nur seine Verfolger, sondern überdenkt mitunter auch die eigenen Fehler. Aber nicht jeder will sich diesem Blick stellen oder fällt gar ein Urteil, etwa wie Michael Schumacher. Armstrong gewann sieben Mal die Tour de France, der Deutsche sieben Mal die Formel-1-WM. Auch er war nicht immer makellos (Ramm-Unfälle, Teamorder etc.) unterwegs, er sagt: „Eine Sportart findet immer zu einem bestimmten Zeitpunkt unter bestimmten Umständen statt. Aber zehn Jahre später mit dem heutigen Wissen über Dinge von damals zu urteilen, halte ich nicht für gut.“

 

Verteilte die Exfrau Cortison?

Am Freitag sickerten weitere Details über Armstrongs System durch. So soll laut dem USADA-Bericht seine Exfrau Kristin Cortison-Tabletten in Alufolie verpackt und an Fahrer verteilt haben. Auch der Weltverband rückt nach seiner zurückhaltenden Aufklärungsarbeit bei diesem oder anderen prominenten Dopingfällen in den Mittelpunkt der Kritik. Die Präsidenten Pat McQuaid und Hein Verbruggen sollen Doping-Stars protegiert und Befunde sogar vertuscht haben.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 13.10.2012)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

Mehr auf DiePresse.com

7 Kommentare

Heuchlerei....

... Um die Jahrtausendwende habe ich kurz als Sportjournalist gearbeitet, und da ist in den Redaktionsbüros jedem klar gewesen, dass im Spitzensport so ziemlich alle dopen.

Gast: Jackie Jones
12.10.2012 20:55
4 0

Würde man die amerikanische Schwimmtruppe bei den olympischen Spielen genauso untersuchen würde man auf ähnliche Ergebnisse stössen!!


Antworten Gast: gast999
13.10.2012 17:23
0 0

Re: Würde man die amerikanische Schwimmtruppe bei den olympischen Spielen genauso untersuchen würde man auf ähnliche Ergebnisse stössen!!

und was ist mit den amerikanischen basketballspielern oder den icehockey-spielern??

die haben eigene abmachungen mit dem olympischen komitee, dass da nichts kontrolliert wird

Re: Würde man die amerikanische Schwimmtruppe bei den olympischen Spielen genauso untersuchen würde man auf ähnliche Ergebnisse stössen!!

sie müssen es ja wissen und haben sich auch das recht erworben über solche höchstleistungssportler zu urteilen!

5 0

Re: Würde man die amerikanische Schwimmtruppe bei den olympischen Spielen genauso untersuchen würde man auf ähnliche Ergebnisse stössen!!

Oder bei den Chinesen.

Antworten Antworten Gast: gast999
13.10.2012 17:24
0 0

Re: Re: Würde man die amerikanische Schwimmtruppe bei den olympischen Spielen genauso untersuchen würde man auf ähnliche Ergebnisse stössen!!

die chinesen dürften auch dopen, nur wer hat einfluss auf alle diese sportlichen großereignisse??

Re: Würde man die amerikanische Schwimmtruppe bei den olympischen Spielen genauso untersuchen würde man auf ähnliche Ergebnisse stössen!!

genau .. weil ja nur die Amerikaner dopen

Die Formel-1-Saison 2013