Stuttgart. Formel-1-Chef Bernie Ecclestone steht weiter im Visier der Staatsanwaltschaft München. Eine Anklage wegen des Verdachts auf Bestechung wird geprüft. Sollte es dazu kommen, will Mercedes gemeinsam mit anderen Teams die Absetzung des 82-jährigen Briten forcieren. „Wir wollen, dass die Formel 1 ein sauberer Laden ist“, heißt es aus Konzernkreisen.
Ecclestone hat dem früheren BayernLB-Vorstand Gerhard Gribkowsky 44 Millionen Dollar Bestechungsgeld im Zuge des Verkaufs der Bankanteile an die Formel 1 bezahlt. Gribkowsky versteuerte das Geld nicht und wurde deshalb Ende Juni zu achteinhalb Jahren Haft verurteilt. Zuvor hatte der Ex-Banker mit seinen Aussagen Ecclestone schwer belastet. Zum einen soll er gewusst haben, dass Gribkowsky Amtsträger war und damit kein Geld annehmen durfte. Zum anderen soll der Preis für den Aktien-Deal zu niedrig gewesen sein. Ecclestone beteuert, er habe sich von Gribkowsky erpresst gefühlt.
Bei einer Verurteilung könnte Mercedes nun Ecclestones Ablösung verlangen. Denn durch den neuen Grundlagenvertrag mit der FIA und Vermarkter FOM, der am 23. Oktober präsentiert wird, hätten die Großkonzerne die Möglichkeit, sich aus der Formel 1 zurückziehen.
Webber holt Pole. Im Qualifying für den Grand Prix von Korea (7.25 Uhr/ORF eins) sicherte sich Red Bull die erste Startreihe. Zum zweiten Mal in der Saison geht Mark Webber von der Poleposition ins Rennen, nur 74 Tausendstel langsamer war Teamkollege Sebastian Vettel.
Ein Missverständnis über Funk verhinderte die Topplatzierung des Deutschen. Der WM-Führende Fernando Alonso startet von Platz vier. Eine Schrecksekunde erlebte Michael Schumacher. Bei der Ausfahrt aus der Garage kam Hamilton in die Boxengasse und verhinderte einen Unfall im letzten Moment durch ein Ausweichmanöver. Mercedes muss dafür 10.000 Euro Strafe zahlen.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 14.10.2012)
Stand in der WM-Wertung
Grid GirlsSchönheiten der Boxenstraße
SchnappschussDie besten Sportbilder