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Sebastian Vettel ist nicht mehr zu stoppen

14.10.2012 | 18:20 |   (Die Presse)

Sebastian Vettel übernimmt mit seinem 25. Grand-Prix-Sieg auch die WM-Führung. Seine Konkurrenten sind ratlos, Red Bull ist zu dominant. Kaum Hoffnungen auf den Titelkampf haben Jenson Button und Lewis Hamilton.

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Yeongam/Fin. Es war nicht anders zu erwarten. Die letzten Rennen sowie das Qualifying für den GP von Südkorea waren schlichtweg zu eindeutig verlaufen: Sebastian Vettel befindet sich auf dem besten Wege, der jüngste Dreifachweltmeister der Formel 1 zu werden.

Vettel, 25, feierte einen Start-Ziel-Sieg vor seinem Teamkollegen Mark Webber. Für seinen 25. Sieg erhielt er 25 Punkte und übernahm damit auch die WM-Führung. Vettel hat 215 Punkte, Fernando Alonso 209. Und noch sind vier Rennen in Indien, Abu Dhabi, den USA und Brasilien zu bestreiten.

 

Kein Problem mit Webber

Nach dem vierten Saisonerfolg, dem dritten en suite nach Singapur und Suzuka, scheint Vettel nicht mehr aufzuhalten. Die zuletzt als Problemfall bezeichnete Lichtmaschine erfüllt ihren Dienst plötzlich tadellos. Die beiden Boxenstopps liefen ebenfalls wie am Schnürchen, die Crew benötigte 2,8 und 2,9 Sekunden. Auch vom australischen Teamkollegen gab es – wenig überraschend – keinen Einwand gegen Vettels Sieg.

„Ich bin erleichtert, das war ein fantastisches Rennen, besser hätte es nicht laufen können“, sagte der Heppenheimer. „Die Basis für diesen Sieg war der gute Start. Obwohl ich von der schmutzigen Seite weggefahren bin, habe ich es geschafft, an Mark vorbeizuziehen. Ich habe dann das Kers ausgequetscht, um vorne zu bleiben. Aber unsere Mechaniker sind der nackte Wahnsinn!“

Vettel, der zuletzt nach dem Rennen am 13. Mai in Barcelona WM-Spitzenreiter gewesen war, zog mit 25 GP-Siegen auch in der „ewigen“ Bestenliste mit großen Namen gleich. Etwa mit Niki Lauda und dem Schotten Jim Clark. Nur noch sechs Piloten haben in der Königsklasse mehr Rennen gewonnen. Einer von ihnen ist der um sechs Jahre ältere Alonso, der in Südkorea keine Chance auf seinen 31. Sieg hatte.

„Wir sind ein wenig hinter den Red Bulls zurück, die im Moment schwer zu besiegen sind“, gestand der Asturier, dessen brasilianischer Teamkollege Felipe Massa Vierter wurde und sich nun wieder berechtigte Hoffnungen auf eine Vertragsverlängerung bei der Scuderia machen darf.

Kaum Hoffnungen auf den Titelkampf haben hingegen die Briten Jenson Button und Lewis Hamilton. Nach dem enttäuschenden 10. Platz räumte Hamilton seine Chancenlosigkeit offen ein. „Die Logik sagt, dass es das für mich war mit dem Sieg in der Weltmeisterschaft. Also werde ich die letzten vier Rennen genießen...“

 

Das Überholmanöver der Saison

Für das Highlight der ganzen Saison sorgte am Sonntag jedoch Nico Hülkenberg. Der ansonst in seinem Force-India-Boliden zum Hinterherfahren gezwungene Deutsche holte in der 40. Runde zum großen Manöver aus und ließ dabei sowohl Hamilton als auch Romain Grosjean (Lotus) sehr schlecht aussehen. „Ich habe danach gejubelt, als hätte ich das Rennen gewonnen“, verriet Hülkenberg. Platz 6 blieb dennoch das Maximum der Ausbeute, allerdings verschaffte ihm der Südkorea-GP im Poker um einen neuen Vertrag die besten Karten. Da Massa bei Ferrari bleiben wird, ist Hülkenberg nun bei Sauber im Gespräch. Er soll Sergio Pérez, der zu McLaren wechselt, nachfolgen.

Grand Prix von Südkorea

1. Sebastian Vettel (GER) Red Bull 1:36:28,651

2. Mark Webber (AUS) Red Bull +8,231

3. Fernando Alonso (ESP) Ferrari +13,944

Weiters: 4. Massa (BRA) Ferrari 20,168 5. Räikkönen (FIN) Lotus 36,739 6. Hülkenberg (GER) Force India 45,301 7. Grosjean (FRA) Lotus 54,812 8. Vergne (FRA) Toro Rosso 1:09,589 9. Ricciardo (AUS) Toro Rosso 1:11,787 10. Hamilton (GBR) McLaren 1:19,692.

Fahrer-WM: 1. Vettel 215 2. Alonso 209 3. Räikkönen 167 4. Hamilton 153 5. Webber 152.

Konstrukteurs-WM: 1. Red Bull 367 2. Ferrari 290 3. McLaren 284 4. Lotus 255 5. Mercedes 136.
Nächstes Rennen: Grand Prix von Indien am 28. Oktober in Noida, Delhi.

Auf einen Blick

Sebastian Vettel machte mit dem Gewinn des F1-GP von Südkorea den nächsten Schritt in Richtung erneuten Titelgewinn. Der Doppelweltmeister feierte in Yeongam einen souveränen Start-Ziel-Sieg vor Mark Webber und übernahm mit seinem insgesamt 25.GP-Erfolg auch die WM-Führung.

Es ist sein vierter Saisonerfolg, der dritte en suite nach Singapur und Suzuka.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 15.10.2012)

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8 Kommentare

Zum Rennen.

Guter und kontrollierter Auftritt von den Red Bull Piloten.

Ferrari jedoch hat meiner Meinung einen Fehler damit gemacht, Massa nicht an Alonso vorbeizulassen obwohl er eindeutig schneller war. Er hätte ihm helfen können an Webber ranzukommen, indem er ihm jede Rund die Nutzung des DRS ermöglicht. Danach hätte man ihn ja wieder zurückbeordern können ...

"Man of the race" ist aber eindeutig Hülkenberg mit seinem beherzten Überholmanöver. (Zur rechten Zeit am rechten Ort ...)

Dieser Artikel, ich weiß nicht, der könnte aus einer Gratis-Zeitung stammen ...

#) "Sebastian Vettel ist nicht mehr zu stoppen"
Nur weil er zehn Punkte Vorsprung vor Alonso hat? Bei noch vier ausstehenden Rennen, ist das nichts, was z.B. der Grosjean wieder "hinbiegen" könnte ...

#) "Die zuletzt als Problemfall bezeichnete Lichtmaschine erfüllt ihren Dienst plötzlich tadellos."
"plötzlich"? Es gab diese Saison zwei (fatale) Defekte. Die waren "plötzlich". Das die LM jetzt wieder funktioniert ist gut, aber nicht plötzlich.

#) "Auch vom australischen Teamkollegen gab es – wenig überraschend – keinen Einwand gegen Vettels Sieg."
Hallo!? Warum sollte es?

#) ".. Nico Hülkenberg. Der ansonst in seinem Force-India-Boliden zum Hinterherfahren gezwungene Deutsche .."
Force-India war in fast jedem Rennen in den Punkterängen. Manchmal sogar mit beiden Fahrzeugen. Die sind IMHO in der Verfolgergruppe einzureihen.

Vielen Dank für diesen Qualitätsjournalismus.

Sorry ich mag Vettel einfach nicht

Bübele ohne Charisma

und Red Bull sowieso nicht

Gast: wendy55
15.10.2012 08:45
3 1

Sebastian Vettel ist nicht mehr zu stoppen???

Diese Überschrift ist nicht zu unterschreiben, da sich alles, wie man ja vor kurzem bei Alonso gesehen hat, binnen 1, 2 Rennen umdrehen kann.
Weltmeister ist er nur, wenn er ab jetzt immer vor Alonso ins Ziel kommt - und nicht früher.

Re: Sebastian Vettel ist nicht mehr zu stoppen???

Oder wenn er noch zwei Rennen Gewinnt.

Fast.

Wenn Vettel zwei Rennen gewinnt, bei den anderen beiden aber ausfällt, kann Alonso noch immer WM werden, wenn er bei den vier Rennen mehr als 60 Punkte macht (z.B. 2x Sieg und 1x Vierter oder 2x Zweiter und 2x Dritter)

Stimmt, ein Extremfall, aber es kann auch auch schon ein Ausfall und eine schlechte Plazierung reichen.

Also, sicher ist noch garnix.

5 10

Er soll sich mal seinen immer erhobenen Zeigefinger

mal wohin stecke. Der ganze F1 Zirkus ist nur jenes, nämlich ein Zirkus, erfunden und im Besitz vom Bernie Ecclestone. Wie schon der Niki sagte, Es ist ein deppartes im Kreis fahren.

7 3

Re: Er soll sich mal seinen immer erhobenen Zeigefinger

dann ignorieren sie halt diesen Zirkus! niemand zwingt sie zum leserbrief schreiben!!!

Die Formel-1-Saison 2013