Formel 1: Ecclestone zittert um seine Herrschaft

30.12.2012 | 14:29 |   (DiePresse.com)

Jetzt hat es Bernie Ecclestone selbst zum ersten Mal eingeräumt: Post aus München mit einer Anklage könnte das Ende seiner einzigartigen Formel-1-Ära bedeuten.

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Die Besitzergesellschaft CVC, die Ecclestone nach der Übernahme als Geschäftsführer der Königsklasse angestellt hatte, "wird wahrscheinlich gezwungen sein, mich loszuwerden, wenn die Deutschen mich holen. Es ist ziemlich klar, wenn ich eingesperrt würde", sagte Ecclestone dem "Sunday Telegraph". Nach fast vier Jahrzehnten wäre die Herrschaft des mittlerweile 82 Jahre alten steinreichen Briten vorbei.

Hinter vorgehaltener Hand hieß es schon längst: Im Falle einer Anklage durch die Münchner Staatsanwaltschaft wäre Ecclestone auf dem wichtigsten Posten in der Formel 1 nicht mehr tragbar. Weltweit operierende Unternehmen wären zu Konsequenzen durch ihre sogenannten Compliance Richtlinien zum Handeln gezwungen. Das würde auch für den deutschen Hersteller Mercedes gelten.

Rücktritt "im Interesse der Formel 1"

Jüngst hatte Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo Ecclestone einen Rücktritt nahe gelegt, sollte es zur Anklage kommen. Weil er die Formel 1 liebe, werde Ecclestone der Erste sein, der einen Schritt zurücktrete, "im Interesse der Formel 1". Der ganze Vorgang könne "die Formel 1 beschädigen", hatte der Italiener gesagt.

Dabei geht es weiterhin um die 44 Millionen Dollar, die Ecclestone dem verurteilten Ex-Banker Gerhard Gribkowsky beim Verkauf der BayernLB-Anteile an CVC vor rund sieben Jahren als Schmiergeld gegeben haben soll. Ecclestone bestreitet seit jeher die Vorwürfe und spricht seinerseits von Erpressung.

Die Staatsanwaltschaft in München ermittelt seit 2011 gegen Ecclestone. Ob und wenn ja, wann es zu einer Anklage kommt, ist nach wie vor offen. Ecclestones ehemaliger Geschäftspartner Gribkowsky war im Juni zu achteinhalb Jahren Haft verurteilt worden, weil er das Geld angenommen und nicht versteuert hatte.

Ecclestone behält die Ruhe

Dass CVC bereits einen Headhunter engagierte, um Nachfolge-Kandidaten zu suchen, "wenn ich sterben würde oder sonst was", beunruhigt Ecclestone nicht besonders. Das sei ein normaler Vorgang.

Ecclestone hat mit seinem nicht unumstrittenen Führungsstil aus der Königsklasse ein weltumspannendes Unternehmen gemacht. Die Formel 1 ist ein Milliardengeschäft. Der Sohn einer Arbeiterfamilie aus dem südenglischen Bexleyheath ist längst ein Global-Player. Politiker, Prominente und Wirtschaftsbosse machen dem Briten gern mal Hof.

(APA)

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8 Kommentare

Die Staatsanwaltschaft in München ermittelt seit 2011

bitte warten, bitte warten, ....

Ecclestone zahlt 44 Mio an Gribkowsky

der Betrag wurde an Gribkowsky's Österreichische Stiftung bezahlt und dort ordnungsgemäß versteuert - aber eben in Österreich und der deutsche Fiskus ging leer aus

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Time to go


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der wird wie der elsner abziehen

und auf haftünfahig machen

Spielberg 2013

Zumindest die Formel 1 in Spielberg 2013 sollte er nicht länger blockieren können, falls die Anklage kommt.

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da berni

weg mit ihm! 10.000 Jahre sind doch wohl genug! der steht dem Sport im weg

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Re: da berni

schwachsinn.
Bernie hat die Formel1 zu einem der größten, meistgesehenen Sportarten der Welt gemacht. Man sollte sein Lebenswerk nicht als Selbstverständlichkeit sehen und ihm dafür Respekt und Anerkennung gebühren. Nichts anderes hat er verdient.

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Re: Re: da berni

Lebenswerk?????

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