Crash in Daytona: "Es war wie im Krieg"

24.02.2013 | 18:50 |   (Die Presse)

Ein schrecklicher Nascar-Unfall in Daytona forderte 28 teils schwer verletzte Zuschauer. Ein Auto war in den Begrenzungszaun geflogen.

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Daytona/Red. Wrackteile fliegen durch die Luft, Fans schreien entsetzt und fürchten um ihr Leben. Knapp 24 Stunden vor dem Hauptrennen mit der historischen Poleposition der US-Rennfahrerin Danica Patrick trat der Sport nach einem schweren Unfall in der Nascar-Serie am Samstag schlagartig in den Hintergrund: Ein Rennwagen war nach einer Kollision durch den Begrenzungszaun auf die Tribüne geflogen. Nach offiziellen Angaben wurden dabei auf dem Daytona International Speedway 28 Menschen verletzt.

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„Ich hoffe und bete, dass alle Fans okay sind nach diesem schweren Unfall heute“, twitterte Patrick unmittelbar nach den dramatischen Ereignissen.

Kurz vor der Zielflagge des Rennens der zweitklassigen Nationwide Series wurden insgesamt zwölf Wagen in den Crash verwickelt. Am heftigsten erwischte es den Boliden von Debütant Kyle Larson. Der Wagen mit der Nummer 32 krachte in die Streckenmauer und den Fangzaun. Die Front riss ab, Räder und Wrackteile flogen durch die Luft – und direkt auf die Tribüne. „Überall flogen Teile herum, es war wie im Krieg“, sagte Augenzeuge Terry Huckaby dem TV-Sender ESPN. „Auf der Tribüne lag sogar ein Motor, kaum zu glauben. Es war schaurig.“

14 Personen seien direkt an der Strecke im Medical Center behandelt worden, weitere 14 in umliegende Krankenhäuser transportiert worden, teilten die Verantwortlichen mit. Der Sender Fox berichtete, dass eine Person lebensgefährlich verletzt worden sein soll, ein anderer Fan soll sich zunächst auch in einem kritischen Zustand befunden habe.

Gedanken an eine Absage der 55. Auflage des Klassikers Daytona-500 mit der aufsehenerregenden Pole für Patrick gab es letztlich dennoch keine. Die Strecke werde wieder hergerichtet. „Wir sind bereit für das Rennen“, sagte der Präsident des Daytona-Speedways, Joie Chitwood, in einer Pressekonferenz. The Show must go on...

 

Schreckliche Erinnerungen

Sämtliche Fahrer, die in den Unfall verwickelt waren, wurden ebenfalls untersucht, alle konnten das Medical Center wieder verlassen. Über die Schwere der Verletzungen der Fans und Zuschauer machten die Verantwortlichen keine Angaben. Nach feiern war Rennsieger Tony Stewart ohnehin nicht zumute. „Ich habe den Unfall im Rückspiegel und die schlimmsten Bilder in meiner Karriere als Rennfahrer gesehen“, erzählte er. „Es ist schlimm, wenn die Fans mitbetroffen sind“, sagte der routinierte Nascar-Pilot. „So gern ich auch feiern würde, so wichtig der Erfolg auch war, meine Sorgen um die Zuschauer sind im Moment einfach größer.“

Und es ist nicht das erste Mal. Der wohl schlimmste Unfall ereignete sich 1999 bei einem Rennen der Indy-Car-Serie. Auf dem Charlotte Speedway verloren damals drei Fans ihr Leben. 2001 starb Nascar-Pilot Dale Earnhardt senior in Daytona, danach wurden die Sicherheitsvorkehrungen – insbesondere die Streckenmauer und der Fangzaun – verbessert. Vor zwei Jahren endete eine Indy-Car-Massenkarambolage in Las Vegas für den britischen Starpiloten Dan Wheldon tödlich.

Der mehrfache Indy-Car-Champion und Indy-500-Sieger, Dario Franchitti, forderte die Verantwortlichen beider Serien sowie die Veranstalter nach dem erneuten Unglück auf, an Alternativen zu den Fangzäunen zu arbeiten. „Es muss eine bessere Lösung geben“, schrieb er bei Twitter.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 25.02.2013)

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2 Kommentare

http://www.youtube.com/watch?v=36sR-bUnKrQ

"Es lebe der Sport..." *sing*

welcher Krieg ist so harmlos?


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