„Weltweite Publicity für Österreich ist unbezahlbar“

Österreichs Rennsportgrößen Niki Lauda und Gerhard Berger sind von der Rückkehr der Königsklasse nach Spielberg begeistert. Anrainer-Ombudsmann Arbesser sieht hingegen noch Hindernisse auf Red Bull zukommen.

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bdquoWeltweite Publicity fuer oesterreich – (c) GEPA pictures/ Christian Walgram

Spielberg/Wien. Die für 2014 geplante Rückkehr der Formel 1 nach Österreich sorgt vor allem bei den heimischen Rennsportgrößen für Begeisterung. „Das ist das Beste, was uns passieren kann. Diese weltweite Publicity ist für Österreich unbezahlbar“, frohlockte Niki Lauda nach Bekanntwerden. „Ich habe immer gehofft, dass die Formel 1 zurückkehrt. Das ist eine Riesenfreude und bedeutet mir sehr viel“, sagte der dreimalige Weltmeister, der 1984 seinen einzigen Heimsieg feierte.

Speziell die Hartnäckigkeit und der eiserne Wille, mit dem Dietrich Mateschitz seinem Projekt in Spielberg nachgegangen ist, verlangt Lauda großen Respekt ab. „Dass all das Wirklichkeit wird, liegt nur an ihm. Bevor Didi Mateschitz investiert hat, war dort tote Hose. Die Formel 1 ist die Krönung für sein Projekt. Ganz Österreich sollte den Hut ziehen“, meinte Lauda, der derzeit als Aufsichtsratsvorsitzender bei Mercedes tätig ist. „Das ist ein Impuls für die Wirtschaft. Ich hoffe, alle wissen, was sie davon haben – auch die Bundes- und die Landesregierung.“

Auch Gerhard Berger, dem bei 210 Grand-Prix-Starts der Erfolg in der Heimat verwehrt geblieben ist, ist gleicher Meinung. „Für Österreich ist es ein weltweiter Werbewert, der kaum auf anderem Weg zu erzielen ist“, erklärte der zehnfache Sieger. „Dazu kommt die Region, die nach Geschäften und neuen Möglichkeiten ringt. Sie profitieren alle davon.“ Berger ist überzeugt, dass die Rahmenbedingungen und Voraussetzungen für ein erfolgreiches Spielberg-Comeback gegeben sind. „Wir haben eine perfekte Infrastruktur mit dem Ring und mit Red Bull auch eine österreichische Mannschaft. Die Fans in Österreich warten seit Jahren darauf.“

 

Kritik der Anrainer

Weniger positiv zeigt sich der Spielberger-Ombudsmann Karl Arbesser, der von den Comeback-Plänen überrascht wurde. Aus seiner Sicht gibt es für Red Bull bis zum erfolgreichen Comeback 2014 noch einige Hindernisse zu überwinden. Denn das Land Steiermark hat laut Arbesser gerade erst ein höchstgerichtliches Verfahren im Zusammenhang mit dem Ring verloren. „Red Bull hat einen Erdwall errichtet, wo ein Gebäude mit Tribünen gebaut werden sollte. Das Land hat das erst im Nachhinein genehmigt, ohne uns Anrainer beizuziehen. Das war ein Fehler. Ich weiß nicht, ob sie 2014 eine Betriebsgenehmigung haben werden“, kommentierte er die Sachlage. Ungeachtet des Urteils des VwGH (20. Juni 2013) und dessen mögliche Konsequenzen muss sich Red Bull noch mit einem bestehenden Bescheid auseinandersetzen. Demnach sind pro Veranstaltungstag maximal 40.000 Zuschauer erlaubt und das auch nur an zehn Tagen pro Jahr. Zudem glaubt Arbesser nicht, dass die zu erwartende Lärmkulisse die Auflagen erfüllen kann. Entsprechende Änderungsanträge sind bei der Bezirkshauptmannschaft Murtal noch nicht eingegangen, ein Gespräch mit den Verantwortlichen des Rings über das genaue Betriebskonzept ist erst in den kommenden Tagen geplant.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 24.07.2013)

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