Rallye Dakar: Walkner schreibt als Zweiter Motorsportgeschichte

Matthias Walkner schaffte als erster Österreicher beim Offroad-Klassiker den Sprung auf das Podest. 32 Minuten fehlten auf Sieger Sam Sunderland (GBR).

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Matthias Walkner
Matthias Walkner – GEPA pictures

KTM-Werkspilot Matthias Walkner hat für den ersten rot-weiß-roten Podestplatz in der Geschichte der Rallye Dakar gesorgt. Der Salzburger musste sich beim Offroad-Klassiker, der seit 2009 in Südamerika gefahren wird, in der Motorrad-Klasse nur dem Briten Sam Sunderland geschlagen geben. Nach fast 9000 absolvierten Kilometern fehlten Walkner exakt 32 Minuten auf seinen 27-jährigen Teamkollegen, der den 16. Dakar-Triumph in Folge für KTM fixierte. Der Spanier Gerard Farres Guell sorgte als Gesamtdritter dafür, dass ausschließlich Fahrer des österreichischen Motorradherstellers auf dem Podest standen.

„Endlich ist es vollbracht“, lautete Walkners erster Kommentar nach all den Strapazen. „Nach zwei Mal ,Game over‘ und letztes Jahr mit dem Oberschenkelbruch, gibt mir der Moment so viel zurück. Es ist ein unbeschreiblich geiles Gefühl“, sagte der Ex-MX3-Weltmeister, der die finalen 64 Sonderprüfungen auf dem vierten Platz beendete. Im Anschluss ging es auf einer neutralisierten Verbindungsetappe die letzten 650 Kilometer ins Ziel nach Buenos Aires.

Einer der ersten Gratulanten war Walkners Mentor Heinz Kinigadner. Der zweifache Motocross-Weltmeister hat auf KTM zahlreiche Dakar-Etappen gewonnen und Walkners Weg in den Rallye-Sport begleitet. "Mich freut das ganz narrisch für den Matthias. Man muss bedenken, er hat vor nicht einmal drei Jahren erst mit dem Rallye-Sport begonnen", erinnerte der 56-jährige Tiroler.

"Dass er die Dakar jetzt gleich auf dem zweiten Platz beendet, das ist noch keinem Motorradpiloten aus Österreich gelungen. Das ist natürlich riesig, und ich gratuliere ihm und dem ganzen Team sehr! Unsere ganze KTM-Mannschaft hat einen top Job gemacht", betonte Kinigadner.

Peterhansel gewinnt mit Jury-Glück

Im Gegensatz zu Premierengewinner Sunderland feierte der Franzose Stephane Peterhansel bereits seinen 13. Dakar-Triumph. Der 51-jährige Peugeot-Pilot setzte sich im Endklassement 5:13 Minuten vor seinem Landsmann und Teamkollegen Sebastien Loeb und Cyril Despres durch. Für Titelverteidiger Peterhansel war es der bereits siebente Gesamtsieg der Autowertung. „Es ist die Intensität, die die Schönheit dieses Sieges ausmacht, weil es ein Wettbewerb auf allerhöchstem Niveau war“, sagte „Monsieur Dakar“.

Allerdings hatte Peterhansel Mühe und Glück, den neunfachen Rallye-Rekordweltmeister Loeb auf Distanz zu halten. Nach einem Unfall mit einem Motorrad auf der 10. Etappe war er eigentlich schon mit klarem Rückstand aussichtslos hinter Loeb gelegen, der insgesamt fünf und damit die Hälfte aller gefahrenen Etappen für sich entschied. Doch die Jury gewährte Peterhansel eine Zeitgutschrift, weil er zunächst beim verletzten Motorradfahrer Simon Marčič geblieben war. So bekam der Rekordsieger am grünen Tisch Platz eins zurück und verteidigte seinen Vorsprung bis zum Schluss.

(APA)

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