Formel 1: Hamilton gewinnt in Barcelona vor Vettel

Lewis Hamilton ist zurück: Der britische Mercedes-Star triumphiert in Spanien und fährt einen wichtigen Sieg im Zweikampf mit Ferrari-Pilot Sebastian Vettel ein. In Runde 44 gelang das entscheidende Überholmanöver.

Lewis Hamilton jubelt mit Fans
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Lewis Hamilton jubelt mit Fans
Lewis Hamilton jubelt mit Fans – APA/AFP/TOM GANDOLFINI

Montmelo. Manche sagen, auf dem 4,655 Kilometer langen Circuit de Catalunya sei es schwieriger zu überholen als im Straßengewirr von Monaco. Auf den langen und schnellen Kurven ist der Vordermann meist außer Reichweite, seit 2001 gewann in Barcelona 14 Mal der Pilot auf der Pole Position, 2017 war diesbezüglich keine Ausnahme. Mercedes-Star Lewis Hamilton feierte Grand-Prix-Sieg Nummer 55, seinen zweiten in dieser Saison, Sebastian Vettel (Ferrari) und Daniel Ricciardo (Red Bull) fuhren auf die Plätze zwei und drei.

An Überholmanövern aber mangelte es dieses Mal nicht. Vettel nutzte beim Start gleich jene 740 Meter vor der ersten Rechtskurve, um an Hamilton vorbeizuziehen. Dahinter krachte es, für Kimi Räikkönen (Ferrari) und Vorjahressieger Max Verstappen (Red Bull) war der Europa-Auftakt 2017 in Runde eins zu Ende.

Die Schlacht zwischen Vettel und den Silberpfeilen hingegen nahm ihren Lauf: Nach dem ersten Boxenstopp ging der Deutsche noch mit der Brechstange an Valtteri Bottas vorbei (der Mercedes-Pilot schied später mit Motorschaden aus), in Runde 44 (Hamiltons Startnummer) aber hielt der führende Vettel dem Druck nicht länger stand, Hamilton raste dank DRS vorbei. „Wie ein Zug“ habe ihn der Brite passiert. „Ich hatte keine Chance mehr“, meinte Vettel, letztlich der Verlierer im Reifenpoker. Mercedes hatte mit Hamiltons Wechsel auf die Softmischung ein verloren geglaubtes Rennen gedreht, wie Motorsportchef Toto Wolff erklärte.
Hamilton fuhr den Sieg nach Hause, bestätigte die Barcelona-Statistik und rehabilitierte sich für Platz vier in Sotschi. Den Rückstand auf WM-Spitzenreiter Vettel hat er zwei Wochen vor dem Traditions-Grand-Prix von Monaco auf sechs Punkte reduziert.

Nicht im Fürstentum dabei sein wird Fernando Alonso. Der Spanier fährt zeitgleich Indy500 in Indianapolis, ein Abstecher, den ihm McLaren Honda ob der einmal mehr enttäuschend verlaufenden Saison zugestanden hatte. Bei seinem Heim-GP in Spanien aber stellte der zweifache Weltmeister den McLaren sensationell auf Startplatz sieben, nach einem Rad-an-Rad-Duell mit Felipe Massa (Williams) und Umweg übers Kiesbett wurde es am Ende Rang zwölf. Keine Punkte, aber im fünften Saisonrennen sah Alonso zum ersten Mal das Ziel. (joe)


Grand Prix von Spanien

1. Lewis Hamilton (GBR) Mercedes 1:35:56,497
2. Sebastian Vettel (GER) Ferrari +3,490 Sek.
3. Daniel Ricciardo (AUS) Red Bull +1:15,820 Min.
Weiters: 4. Perez (MEX) Force India 5. Ocon (FRA) Force India 6. Hülkenberg (GER) Renault 7. Sainz (ESP) Toro Rosso 8. Wehrlein (GER) Sauber 9. Kwjat (RUS) Toro Rosso 10. Grosjean (FRA) Haas, je +1 Runde.
Fahrer-WM (nach 5 von 20 Rennen): 1. Vettel 104 2. Hamilton 98 3. Valtteri Bottas (FIN, Mercedes) 63.
Konstrukteure: 1. Mercedes 161 2. Ferrari 153 3. Red Bull 72.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 14.5.2017)

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