Hamilton rast in Silverstone zur Pole Position

Die 67. Pole Position seiner Karriere gibt Lewis Hamilton Hoffnung, auch den GP von Silverstone gewinnen zu können. Kimi Räikkönen war als Zweiter schneller als Sebastian Vettel, der Dritter wurde.

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APA/AFP/ANDREJ ISAKOVIC

Lewis Hamilton hat das Qualifying für sein Formel-1-Heimrennen in Silverstone dominiert. Der Brite distanzierte die von Kimi Räikkönen angeführten Ferrari am Samstag klar, sein Mercedes-Teamkollege Valtteri Bottas war Vierter. Es ist die 67. Pole Position in seiner Karriere, die er nach kurzem Zittern behielt: Die Rennkommissäre entschieden bei einem Vorfall mit Haas-Pilot Romain Grosjean für ihn.

Hamilton strebt am Sonntag (14.00 Uhr/live ORF eins, RTL und Sky) seinen insgesamt fünften Silverstone-Sieg und den vierten in Folge an. Der 32-Jährige entschied am Samstag auf zunächst regennasser Strecke auch zum fünften Mal das Qualifying für sich. 54 Hundertstel betrug der Vorsprung auf Räikkönen, der zum dritten Mal heuer in der ersten Startreihe stehen wird. "Ich fühle mich großartig, speziell wenn man so eine tolle Kulisse um die Strecke herum hat wie hier", lobte Hamilton das Publikum.

"Am Ende haben wir das Beste rausgeholt", meinte der WM-Führende Vettel. "Die Bedingungen waren nicht einfach, aber das Auto war gut - nur nicht ganz gut genug für den ersten Platz", gab sich Räikkönen gedämpft zufrieden.

Ein großes Kompliment für Hamilton gab es von Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff. "Die letzte Runde war wirklich super. Das Auto war nicht so einfach zu fahren, weil der Valtteri keine gute Runde zusammengebracht hat. Insofern war es eine Superleistung", meinte der Wiener im ORF-Interview. "Man hat gesehen, der Lewis war bei weitem der Schnellste da draußen."

Eine Strafe gegen Hamilton hatte Wolff zurecht nicht befürchtet. Der Franzose Grosjean gab an, dass er sich in einer schnellen Runde durch Hamilton gebremst gefühlt habe. Die Jury entschied sich nach kurzen Beratungen dafür, keine weiteren Schritte zu ergreifen.

Bottas muss wohl weiter hinten starten

In den vergangenen Tagen war Hamilton nicht zuletzt in britischen Medien unter Kritik gestanden, da er am Mittwoch ein PR-Event der Formel 1 mit allen Fahrern mitten in London geschwänzt hatte. Bottas landete zwar mit einigen Problemen auf Platz vier, rückt in der Startaufstellung aber voraussichtlich fünf Plätze nach hinten auf Position neun, da an seinem Mercedes vor Ablauf der erlaubten Frist von sechs Wochenenden das Getriebe gewechselt wurde.

Red-Bull-Pilot Max Verstappen belegte im Zeittraining den fünften Platz. Sein Teamkollege Daniel Ricciardo musste wegen eines technischen Gebrechens im ersten Quali-Abschnitt aufgeben. "Es könnte der Turbo sein", mutmaßte der Australier. Wegen des defekten Red-Bull-Boliden war die Session mittels Roter Flagge für einige Minuten unterbrochen, damit der Wagen gefahrlos abtransportiert werden konnte.

Ricciardo hatte es seit Monza 2015 immer in Q3 geschafft. Auch für den Red-Bull-Punktelieferanten war schon zuvor wegen eines vorzeitigen Getriebewechsels festgestanden, dass er in der Startaufstellung fünf Plätze zurückversetzt wird.

Wieder Nachrüsten bei Alonsos Renault

Bei Fernando Alonso wuchs der am Freitag angegebene Verlust von fünf Startplätzen auf 30 an, nachdem an seinem McLaren-Honda regelwidrig weitere Power-Unit-Elemente getauscht wurden. Trotzdem sorgte der Spanier für den Höhepunkt des Q1, als er als Letzter auf der Strecke und als einziger Fahrer mit Trockenreifen Bestzeit fuhr. Das Publikum quittierte das lautstark mit Applaus.

"Es war nur der erste Platz im Q1, aber den Leute hat es offensichtlich gefallen, dass McLaren ganz oben steht", sagte Alonso. In der zweiten Session blieb der 35-Jährige dann auf der Strecke - im Gegensatz zu seinem Teamkollegen Stoffel Vandoorne, der erstmals in dieser Saison besser abschnitt. Der Belgier kam auf die neuntschnellste Zeit im Qualifying.

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