Hamilton übernimmt WM-Führung mit Monza-Sieg

Sein 59. GP-Sieg, der vierte in Monza in den vergangenen fünf Jahren, beschert Lewis Hamilton erstmals in dieser Formel-1-Saison die WM-Führung. Sebastian Vettel (3.) und Ferrari sind schwer geschlagen.

Autodromo Nazionale di Monza Italy Sunday 03 September 2017 Lewis Hamilton Mercedes AMG F1 W08
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Autodromo Nazionale di Monza Italy Sunday 03 September 2017 Lewis Hamilton Mercedes AMG F1 W08
imago/LAT Photographic

Monza. Schon nach dem Qualifying für den Grand Prix von Monza hatte es in Wahrheit kaum Zweifel daran gegeben: Lewis Hamilton wird das Formel-1-Rennen mit spielerischer Leichtigkeit gewinnen und seinem Widersacher, Sebastian Vettel, die WM-Führung abnehmen. Der Mercedes-Pilot war nicht nur schneller und zugleich sparsamer im Reifenverbrauch, sondern fuhr cleverer, wenn nicht sogar gefühlvoller. Anders war es nicht am Sonntag zu erklären: Hamilton fuhr allen davon, mit Spitzen von 340 km/h und feierte seinen vierten Monza-Sieg, zugleich der 59. seiner Karriere.

Es muss ernüchternd sein für eine Automarke wie Ferrari, wenn sie beim Heim-GP und dem 70 Jahre Jubiläum keine Chance auf den Sieg hat. Im Gegenteil, Mercedes hat es geschafft, sich wieder klar zu distanzieren. Vettel büßte binnen zweier GP seinen 14-Punkte-Vorsprung ein, Hamilton ist erstmals (nach 13 von 20 Rennen) in dieser Saison WM-Leader. Dennoch, der Abstand ist vorerst marginal, er beläuft sich auf drei Punkte, da er noch als Dritter ins Ziel fahren konnte hinter dem Finnen Valtteri Bottas.

Ferrari ist in Monza seit 2010 sieglos

Dass man sich nun bei der Scuderia auf das Nachtrennen und den Highspeed von Singapur freut, ist durchaus nachvollziehbar, birgt jedoch einen schwerwiegenden Trugschluss: Vettel und Ferrari waren vollkommen chancenlos in Monza, der Deutsche hatte 36,3 Sekunden Rückstand bei Hamiltons viertem Monza-Sieg nach 2012, 2014 und 2015, Mercedes hat seine Getriebeprobleme ausgemerzt. Auch an diesen Jahreszahlen gibt es kein Umhinkommen: Ferrari ist seit 2010 in Monza sieglos, Vettel seit 2008 und dem Premierensieg (Toro Rosso).
Ein bemerkenswertes Rennen zeigte Daniel Ricciardo, der im Red Bull vom 16. Startplatz auf Rang vier vorbeipreschte. Gegen Ende des Rennens fuhr der Australier mit Hamilton sogar die schnellsten Rundenzeiten. Sein Teamkollege Max Verstappen landete auf dem zehnten Platz.

150 Strafversetzungen

Die Formel 1 ist beim GP in Monza endgültig an einem Punkt angelangt, an dem sie von ihrem eigenen Regelwerk überholt und ausgebremst worden ist. Es ergibt keinerlei Sinn mehr, in der teuersten Motorsportserie der Welt ein Qualifying zu veranstalten, wenn tags darauf für Getriebetausch oder neue Motoren ohnehin Penalties verhängt werden, die das Starterfeld über den Haufen werfen. Insgesamt wurden für neun Fahrer 150 Strafversetzungen ausgesprochen, warum sich Eigentümer „Liberty Media“ den von Bernie Ecclestone und FIA – angeblich aus Kostengründen – auferlegten Strafenkatalog gefallen lässt, erscheint eigenartig.

Dass ein noch größeres Chaos droht, wenn ab 2018 nur drei Motoren zugelassen sind, ist unbestritten. F1-Sportdirektor Ross Brawn sieht dringenden Handlungsbedarf: „Das geht mir gegen den Strich. Fans verstehen nicht, warum ihr Held auf dem letzten Startplatz steht, weil er den Motor wechseln musste. Das ist nicht gut für unseren Sport.“

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