Formel 1: Vettel nach verlorenem WM-Titel wieder im Aufwind

Sebastian Vettel hat in Sao Paulo wieder in die Erfolgsspur gefunden. Nach zermürbenden Misserfolgen und Tiefschlägen wirkte der Sieg im Brasilien-GP wie der ersehnte und dringend benötigte Stimmungsaufheller für das gesamte Ferrari-Team.

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Formel-1-Star Sebastian Vettel hat wieder in die Erfolgsspur gefunden. Nach zermürbenden Misserfolgen und Tiefschlägen wirkte der Sieg im Brasilien-Grand-Prix wie der ersehnte und dringend benötigte Stimmungsaufheller für das gesamte Ferrari-Team und wie ein neuer Schub für den Angriff auf die WM-Krone in der nächsten Saison. Seit 2007 wartet die Scuderia nun schon auf den nächsten Fahrertitel.

"Wir haben ein bisschen viel auf die Mütze bekommen in den vergangenen Wochen", gestand Vettel, der als WM-Spitzenreiter in die Sommerpause gegangen war, danach aber sieben Rennen ohne Sieg geblieben war und damit die WM gegen Mercedes-Star Lewis Hamilton vorzeitig verloren hatte. "Ich widme den Sieg allen an der Strecke und an der Basis in Maranello. Sie arbeiten so hart, und es war nicht fair, was da auf sie eingeprasselt ist", betonte der Deutsche.

 

Jetzt muss nur noch das Finale in zwei Wochen in Abu Dhabi ähnlich erfolgreich verlaufen. Ein Hoch nach einem verpassten Titel hat schon seinem Landsmann Nico Rosberg den Schwung für den Triumph im darauffolgenden Jahr verliehen. Nichts anderes zählt für Vettel und Ferrari. Der 30-Jährige fährt seit dem Ende seiner Ära mit Red Bull, als er von 2010 bis 2013 vier Mal en suite Weltmeister geworden war, dem Titel hinterher.

Im Duell mit Hamilton geht es für Vettel auch darum, wer von beiden (als erster) den fünften WM-Triumph holt und damit zu Argentiniens Formel-1-Legende Juan Manuel Fangio aufschließt und sich weiter Rekordweltmeister Michael Schumacher (7 Titel) nähert. Dafür will sich auch der Brite wieder in Stimmung bringen. Mehr als gut war sie allerdings schon nach seiner sensationellen Aufholjagd vom Start in der Boxengasse in Sao Paulo, wo er alles aus dem Motor seines Mercedes rausquetschte und am Ende noch auf dem vierten Platz landete. "Ich werde alles geben in Abu Dhabi", lautete Hamiltons Kampfansage an Vettel für das Saisonfinale am 26. November.

Seinen ungewöhnlichen Fehler im Qualifying, der ihm den letzten Startplatz im ersten Rennen als Vierfach-Weltmeister eingebrockt hatte, wird er als Mahnung mitnehmen in die nächste Saison, in der es womöglich enger wird und die WM-Entscheidung nicht schon im drittletzten Rennen fällt. "Es ist einfach kein Platz für Fehler, wenn man der Beste sein will. Aber es kommt vor und es gehört zum Wachstumsprozess", meinte Hamilton.

Bis zum 20. und letzten WM-Lauf in diesem Jahr stehen für den 62-maligen Grand-Prix-Gewinner noch Termine in Los Angeles, in der Mercedes-Fabrik in England und in New York auf dem Programm. Vettel dürfte sich dagegen ein paar Tage Ruhe in seiner Schweizer Wahlheimat gönnen. Dass Teamkollege Kimi Räikkönen es als Dritter auch noch aufs Podest schaffte, verstärkte die Zuversicht bei den "Roten". Ferraris zuletzt öffentlich auch gegen seine Piloten grantelnder Chef Sergio Marchionne dürfte vorerst einmal wieder ein bisschen besänftigt sein.

Keine gute Laune wollte bei Räikkönens finnischem Landsmann Valtteri Bottas aufkommen. Der Mercedes-Pilot gab sich zu Saisonbeginn als Neuling im Team zunächst mit seiner Rolle als Nummer zwei hinter Hamilton zufrieden, machte sich dann selbst Hoffnungen auf den WM-Titel, als es gut bei ihm lief. Seit dem neunten Saisonlauf am 9. Juli in Österreich wartet Bottas nun schon auf seinen dritten GP-Triumph. In Brasilien verspielte der 28-Jährige seine Siegchancen als Pole-Mann gleich am Start gegen Vettel, der seinen 47. Grand-Prix-Sieg und den dritten Erfolg in Brasilien feierte.

(Schluss) mgä/zan

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