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Formel 1: Boxenstopp statt Trainingsfahrt

10.02.2012 | 18:38 |   (Die Presse)

Fünf Stunden lang musste Sebastian Vettel das Training in Jerez unterbrechen. Sein neuer Bolide wollte nicht: erst wegen eines Elektronik-, danach wegen eines Motorproblems.

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Jerez de la Frontera/APA. So schnell kann es mitunter gehen: Nur wenige Stunden nachdem Sebastian Vettel noch begeistert über seinen neuen Rennwagen geplaudert hatte, ließ ihn der RB8 im Stich. Zwangspause statt Kilometer sammeln hieß es deshalb am Freitag für den Formel-1-Doppelweltmeister bei den Testfahrten in Jerez de la Frontera.

Nach nur zwei Einführungsrunden mit dem neuen Formel-1-Boliden musste der zweifache Weltmeister schon wieder zurück an die Red-Bull-Box. Und dort saß er dann unfreiwillig fest. „So was gehört einfach zu einem Test dazu. Das ist der Grund, warum wir hier sind“, kommentierte der Deutsche aber die Probleme gelassen.

Hinter verschlossenen Türen suchten Mechaniker und Ingenieure mit Hochdruck nach der Ursache. Wie sich herausstellte, war es ein Defekt in der Elektronik. Ein erneuter Fahrversuch wurde nach ein paar Metern in der Boxengasse abgebrochen, Mechaniker eilten zum Red Bull, um ihn zurückzuschieben. Diesmal geriet der Motor ins Stocken.

 

Probleme auch bei Ferrari

„Natürlich würden wir gern mehr fahren, aber das lässt sich jetzt nicht ändern“, sagte Vettel in der Zwangspause. Erst nach rund fünf Stunden und einem Wechsel des Renault-Triebwerks, das im Vorjahr so gut wie keine Probleme gemacht hatte, kehrte er auf den Kurs zurück.

Auch Vettels Rivale Fernando Alonso war am letzten der vier Testtage in Andalusien nicht in der Lage, sein geplantes Programm abzuspulen. Am neuen Ferrari mussten zwischenzeitlich ein paar Reparaturen und Veränderungen vorgenommen werden. Immerhin hatte der zweifache Ex-Weltmeister zuvor für eine Bestzeit gesorgt. Die kam zur rechten Zeit, nachdem bereits reichlich Kritik auf den bisher wenig überzeugenden F2012 niedergeprasselt war.

Im Gegensatz zur Scuderia herrschte bei Red Bull – bis zu den unwillkommenen Problemen – sichtbar entspannte Stimmung. Vettels Eindruck vom neuen Gefährt war gut, „das erste Gefühl passt“, hatte er am Donnerstag zu Protokoll gegeben. Und wie wichtig das ist, erklärte Vettel anschließend: „Es prägt einen für das ganze Jahr.“ Man dürfe es allerdings auch nicht überbewerten.

Bei den Auftakttests heißt allerdings auch die Devise: Vorsicht! „Gerade am Anfang, mit einem neuen Auto, wenn es noch keine Ersatzteile gibt, gibt es keinen Grund, loszulegen wie ein Stier“, hatte Vettel gemeint. „Das heben wir uns für später auf.“

Red Bulls Vorteil ist, dass mit Lotus, Williams und Caterham gleich drei weitere Teams mit Motoren des französischen Autobauers unterwegs sind, und somit eine Vielzahl von Daten vorliegt. Bis zum nächsten Test vom 21. bis 24. Februar auf dem Circuit de Catalunya in Montmelo bei Barcelona sollten die Probleme gelöst sein.

Vom 1. bis 4. März stehen für Vettel & Co dann die letzten Testrunden auf dem Programm, bevor sich der 24-jährige Deutsche am 18. März im Grand Prix von Australien den entscheidenden Eindruck vom neuen RB8 verschaffen kann. Nicht in der Garage, sondern auf der Strecke.

 

Buemis probiert die Langstrecke

Nicht in der Garage bleibt auch Red-Bull-Ersatzpilot Sebastien Buemi. Allerdings nicht in der Formel 1. Das Toyota-Team des Österreichers Alexander Wurz bringt beim 24-Stunden-Klassiker in Le Mans ein zweites Auto an den Start. In diesem nehmen neben Buemi auch Anthony Davidson und Hiroaki Ishiura Platz. Das Trio wird am 16./17. Juni einen Toyota TS030 Hybrid pilotieren. Das zweite Toyota-Auto wird nur die 24 Stunden von Le Mans absolvieren. Wurz dagegen nimmt mit seinen Teamkollegen Nicolas Lapierre und Kazuki Nakajima an der gesamten Langstrecken-WM teil, die am 5. Mai in Spa beginnt.

Auf einen Blick

Am 18. März startet die Formel-1- Weltmeisterschaft 2012 mit dem Grand Prix von Australien. Das Weltmeisterteam Red Bull muss bis dahin seine Hausaufgaben machen. Bei den ersten Tests in Jerez hatte der neue Bolide RB8 Elektronik- und Motorprobleme.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 11.02.2012)

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