In den USA ist man „not amused": Das US-Olympiateam soll bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele in London in Uniformen „made in china" auftreten. Das enthüllte nun ABC. Der Bericht entflammte den US-Patriotismus. Die sonst heillos zerstrittenen Republikaner und Demokraten gaben sich in ungewöhnlichem Gleichklang empört.
"Sie sollten sich schämen"
„Das Olympische Komitee sollte sich schämen. Ich finde, sie sollten die ganzen Uniformen nehmen, auf einen Haufen werfen und verbrennen", erklärte Harry Reid, demokratischer Mehrheitsführer im US-Kongress. Seine Parteikollegin im Abgeordnetenhaus, Nancy Pelosi, befand, dass US-Athleten in Uniformen "made in America" auflaufen sollte. Und der republikansiche Sprecher des US-Kongresses, John Boehner, erklärte an die Adresse des Olympischen Komitees: "Sie sollten es eigentlich besser wissen."
Im Olympischen Komitee versteht man die Aufregung über die Uniformen freilich nicht: „Das Team USA wird privat finanziert. Und wir sind stolz auf unsere Partnerschaft mit Ralph Lauren, einer traditionsreichen US-Firma."
Die Uniformen, bestehend aus blauem Blazer, weißer Hose bzw. weißem Rock, sowie rot akzentuierter Mütze und Krawatte kosten 1945 Dollar (1593 Euro) für Herren bzw. 1473 Dollar (1207 Euro) für Damen. Dass sie in China hergestellt wurden, werten Abgeordnete vor allem als fatalen symbolischen Akt angesichts der Verlagerung von US-Jobs ins Ausland, insbesondere auch nach China. Für den demokratischen Abgeordenten Steve Israel sind die chinesischen Uniformen jedenfalls "ein völliger Unsinn".
(Red.)
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