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Fußball bei Olympia: Ein Fall für die großen zwei

24.07.2012 | 19:04 |   (Die Presse)

Brasilien braucht die Goldmedaille, um das zuletzt angekratzte Image aufzupolieren. Aber auch Spanien hegt große Erwartungen. Beide bieten viele Stars auf. Gefährlichste Herausforderer sind Uruguay und Großbritannien.

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London/ag. Am Mittwoch geht es los. Doch viele träumen bereits vom Finale des olympischen Fußballturniers. Brasilien und Spanien, die derzeit klangvollsten Namen, sind die heißesten Favoriten auf Olympia-Gold. Diese beiden Topnationen gegeneinander im Wembley-Stadion, das wäre ein Endspiel von besonderer Güteklasse. Gefährlichste Herausforderer sind Uruguay und Großbritannien.

Brasilien bringt Stars mit

Rekordweltmeister Brasilien lässt keinen Zweifel daran, dass man sich unbedingt die Goldmedaille umhängen möchte. Das erste olympische Gold wäre die ideale Einstimmung für das Turnier in zwei Jahren und die Sommerspiele 2016 in Rio de Janeiro. Stürmerstar Neymar gab sich im Vorfeld siegessicher. „Wir sind nicht gekommen, um spazieren zu gehen oder nach einem Spiel wieder nach Hause zu fahren. Wir sind hier, um Gold zu holen.“ Das namhafte Aufgebot Brasiliens unterstreicht, wie ernst man dieses Turnier nimmt. Neben Neymar reisen Stars wie Hulk (Porto), Alexandre Pato (Milan), Thiago Silva (PSG) oder Marcelo (Real Madrid) nach London. Die Gegner in Gruppe C dürften für die von A-Teamchef Mano Menezes betreute Truppe somit keine großen Hürden sein: Morgen geht es zum Auftakt gegen Ägypten, am 29. Juli folgt Weißrussland und am 1. August Neuseeland.

Als Gastgeber ist Brasilien sowohl für den Confederations Cup 2013 als auch die WM gesetzt, das heißt, die „Seleção“ muss sich mit einer endlos anmutenden Reihe von Freundschaftsspielen wach halten. Nach dem Ausscheiden bei der WM 2010 im Viertelfinale und dem enttäuschenden Viertelfinal-Aus in der Copa America 2011 bietet sich nun in London die Chance, das angekratzte Renommee aufzupolieren. Bisher reichte es bei Olympia nur zu zwei Silbermedaillen (1984, 1988) und zweimal Bronze (1996, 2008).

Menezes, der als Nationaltrainer nach der Südafrika-WM auf Carlos Dunga folgte, sieht seinen Job selbst bei einem schlechten Abschneiden nicht wirklich in Gefahr. Bei einem Misserfolg in Großbritannien dürfte aber eine Debatte über die Zukunft des 50-Jährigen nicht zu vermeiden sein. „Ich gebe keine Garantien, nicht einmal meiner Frau, wie könnte ich das dann bei einem Nationaltrainer tun“, sagte Verbandschef Jose Maria Marin.

Drei Europameister für Spanien

Nicht ganz so stark lastet der Druck auf Spaniens Olympia-Teamchef, Luis Milla. Doch auch der 46-Jährige ist mit hohen Erwartungen konfrontiert, immerhin scheinen im Kader mit Jordi Alba (FC Barcelona), Juan Mata (Chelsea) und Javi Martinez (Athletic Bilbao) drei frischgebackene Europameister auf. Als weitere hochkarätige Kicker stehen Milla unter anderem Iker Muniain (Bilbao), Cristian Tello (Barcelona), Oriol Romeu (Chelsea) und David de Gea (Manchester United) zur Verfügung.

Prominentestes Mitglied der britischen Mannschaft ist Kapitän Ryan Giggs, der mit 38 Jahren sein erstes großes Turnier bestreitet. In puncto Qualität kann das Team von Stuart Pearce nicht mit Brasilien und Spanien mithalten, der Trainer hofft aber auf den Heim-Effekt und erinnert in diesem Zusammenhang an die EM 1996.

„Als wir das Momentum auf unserer Seite hatten, haben wir das ganze Land mitgerissen“, sagte der 50-Jährige über seine damalige Erfahrung als Spieler. „Das könnte jetzt wieder passieren. Wir wissen, dass es etwas Aufregendes ist. Es ist etwas Besonderes, das ich gar nicht richtig in Worte fassen kann.“ Gegner der Briten in Gruppe A sind neben Senegal und den Vereinigten Arabischen Emiraten auch die Uruguayer, die auf ihre Sturmstars Luis Suarez (Liverpool) und Edinson Cavani (Napoli) zurückgreifen können.

Gespielt wird das Turnier in einigen der bekanntesten Fußballstadien der Welt. Zu den Austragungsorten zählen neben dem Wembley-Stadion das Old Trafford in Manchester, der Hampden Park in Glasgow, der St. James' Park in Newcastle und das Millennium Stadium in Cardiff.

Auf einen Blick
Das olympische Fußballturnier der Herren beginnt am Donnerstag, einen Tag vor der Eröffnungsfeier. Titelverteidiger Argentinien konnte sich nicht für London qualifizieren. Als heißeste Goldkandidaten gelten Brasilien und Spanien. Die Südamerikaner konnten aber noch nie Fußball-Gold holen.

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1 Kommentare

Von wegen Gleichberechtigung...

...heute sind die Auftaktturniere der Damen, also wäre es auch passender, darüber zu berichten. Zum Match USA vs Frankreich wird den Herren ja wohl was einfallen!