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Großbritannien: Ein Team der Superlative

25.07.2012 | 18:17 |   (Die Presse)

Großbritannien ist als einzige Nation in allen Sportarten vertreten. Gastgeber spekuliert auf mindestens 47 Medaillen. 400 Millionen Euro wurden seit 2008 in die olympischen Sportler des Königreichs gepumpt.

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London. Der Slogan der britischen Olympia-Mannschaft klingt nicht gerade bescheiden: „Our Greatest Team“. Zu den Heimspielen in London schicken die Briten eine Mannschaft der Superlative. Mitsamt reitender Queen-Enkelin Zara und Tour-de-France-Triumphator Bradley Wiggins. 542 Athleten stark ist „Team GB“ und damit das größte aller 204 Nationen.

400 Millionen Euro wurden seit 2008 in die olympischen Sportler des Königreichs gepumpt – auch damit toppen sie jedes andere Land. „Die Erwartungen sind hoch, und wir wollen uns so gut wie in Peking 2008 oder noch besser verkaufen“, sagt Liz Nicholl, Generalsekretärin von UK Sport, Dachorganisation des britischen Sports.

Auf jeden Fall Platz vier – dabei auch wieder den Erzrivalen Deutschland ausstechen – und mindestens 47 Medaillen. Laut einer US-Studie der Tuck Business School in New Hampshire darf das Team gar mit 62 Mal Edelmetall rechnen. Auch dank des Heimvorteils: „Die anfeuernden Massen können im Zielsprint einen Unterschied machen, vorausgesetzt, der unvermeidliche Regen drückt nicht zu sehr auf die Stimmung“, erklärt Studienleiterin Emily Williams.

Der britische Super-Sportsommer hat jedenfalls bestens begonnen: mit Andy Murrays Finalteilnahme in Wimbledon – der ersten eines Briten seit 1938 – und dem ersten Tour-de-France-Sieg für das Königreich. Die Triumph-Fahrt des Londoners Wiggins habe alle Athleten inspiriert, sagt der viermalige Bahnrad-Olympiasieger Chris Hoy. Sir Chris ist Fahnenträger bei der Eröffnungsfeier.

Großbritannien ist als einzige Nation in allen Sportarten dabei: Die USA bieten kein Handball-Team auf, Russland hat weder Fußballer noch Hockeyspieler am Start. Auch die Briten haben normalerweise keine Handball-Nationalteams: Per Casting funktionierten sie aber Sportler aus anderen Disziplinen zu Handballern um. Und suchten per Internetaufruf Handballer mit britischem Pass aus Europa zusammen.

Gebürtige Ausländer mit britischem Pass gibt es einige im Team, und manch Boulevardblatt schimpfte schon über die „Plastik-Briten“. Die in Kuba geborene Dreisprung-Hallen-Weltmeisterin Yamile Aldama reagierte verletzt: „Ich bin nicht aus Kunststoff.“

Die größten Medaillenhoffnungen ruhen auf den Ruderern, den Seglern, den Schwimmern und den Radfahrern. Auf der Bahn wollen wieder Hoy und sein weibliches Superstar-Pendant Victoria Pendleton auftrumpfen. Auf der Straße gehören der diesjährige dreifache Tour-Etappensieger Mark Cavendish und im Zeitfahren Wiggins zu den Top-Favoriten, im Schwimmen Rebecca Adlington und im Segeln der dreimalige Goldmedaillengewinner Ben „King Ben“ Ainslie.

 

Radcliffe Teilnehmerin der Herzen

Tennis-Ass Murray beschwört den „Sommer meines Lebens“. Und Marathon-Weltrekordlerin Paula Radcliffe ist die britische Teilnehmerin der Herzen. „Persönlich wünsche ich mir für Paula ein Happy End mit einer olympischen Medaille“, sagt der offiziell zur Neutralität verpflichtete OK-Chef Sebastian Coe.

Last but not least gibt es noch Royal Zara Phillips. Die Vielseitigkeitsreiterin und Lieblingsenkelin der Queen hatte bisher zweimal Pech: Vor den Spielen 2004 und 2008 verletzte sich ihr Pferd. „Geil“ nannte die 31-Jährige unschicklich ihre Last-Minute-Nominierung für London. Sie tritt in die Fußstapfen ihrer Mutter Prinzessin Anne, 1976 in Montreal dabei.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 26.07.2012)

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1 Kommentare

Ich freu' mich schon auf die Leichtathletik- und Schwimmbewerbe!