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Olympia: Eklat und Sitzstreik beim Fechten

30.07.2012 | 22:29 |   (DiePresse.com)

Eine höchst umstrittene Jury-Entscheidung kostete die Südkoreanerin Shin A-Lam das Finale. Sie trat daraufhin in einen 45-minütigen Sitzstreik.

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Einen Riesen-Eklat gab es beim Olympischen Degenfechten der Damen. Im Semifinale war nur noch eine Sekunde zu kämpfen. Trotzdem ließen die Kampfrichter mehrere Male wieder anfechten und am Ende erzielte die Deutsche Britta Heidemann dann doch den entscheidenden Treffer gegen die Südkoreanerin Shin A-Lam. Proteste von deren Delegation, dass die Zeit schon längst abgelaufen sei, wurden nach ausführlichen Diskussionen zurückgewiesen. Shin trat daraufhin auf der Wettkampf-Planche in einen 45-minütigen Sitzstreik.

Der Helm lag dabei die ganze Zeit neben ihr, über die Schultern hatte sie ein weißes Handtuch gelegt. "Es war eine sehr schwierige Stunde. Ich habe an all die Zeit gedacht, die ich beim Training für Olympia verbracht habe", klagte die Koreanerin im Anschluss. Die Deutschen Betreuer äußerten Verständnis für deren Frust, sprachen aber kühl von einer "Tatsachenentscheidung". Als der Protest abgeschmettert war und ein Funktionär Shin am Montagabend nach einer guten Dreiviertelstunde aufforderte, die Planche zu verlassen, brach sie wie schon nach dem Ende des Gefechts in Tränen aus und erhob sich nur äußert widerwillig.

Im Mitelpunkt stand dabei auch eine Österreicherin: Die Kampfleiterin, die letztlich Heidemann zur Siegerin erklärte, war Barbara Csar aus Salzburg.

Letztlich entschied sich Shin doch noch, zum Gefecht um Bronze anzutreten, das sie aber gegen die Chinesin Sun Yujie verlor. Auch Heidemann war kein Final-Erfolg gegönnt. Die Titelträgerin von Peking musste sich nach Verlängerung der Ukrainerin Jana Schemjakina geschlagen geben. Deutschland freute sich dennoch am dritten Finaltag über die erste Medaille.

Auch bei Heidemann selbst blieb kein Beigeschmack haften: "Das war ein klarer Treffer von mir. Leider haben wir keine genaue Zeitmessung mit Kommazahlen. Aber die Regel besagt, dass nach klarem Treffer die Uhr wieder auf eine Sekunde zurückspringt. Ich kann den Ärger der Koreanerin verstehen. Ich hätte mir auch einen anderen Einzug ins Finale gewünscht", meinte sie gegenüber bild.de.

(APA/Red.)

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13 Kommentare
Gast: Kurti
31.07.2012 14:44
2 0

An alle Uninformierten:

Die Uhr läuft INTERN sehr wohl nach Hundertstel Sekunden! Genau deshalb ist es selbverständlich möglich, dass bei eingeblendeter Restzeit 0:01 noch 4 Aktionen statt finden, weil es zum Beispiel intern 1.99 Sekunden sind. Jeder der das Gefecht gesehen hat, wird die Blitzartigkeit der Aktionen bestätigen können. Die Uhr wird bei einem Treffer AUTOMATISCH angehalten.

Zwischendurch hat der Zeitnehmer allerdings während einer Unterbrechung die Uhr von 0:01 auf 0:00 gestellt, was zusätzlich Verwirrung gestiftet hat.

Die Sinnhaftigkeit des Modus ist natürlich auch zu hinterfragen. Schon alleine den Sieger bei Gleichstand vorher zu LOSEN ist mehr als unwürdig. Da kommt's natürlich zu dieser dieser Glücksfechterei in den letzten Sekunden. Lieber den Fechtern 10 Minuten Zeit mehr Zeit lassen, als dann 2 Stunden lang herumzudiskutieren.

Gast: 5674
31.07.2012 11:23
4 1

Als

die Deutsche,nach dem x-ten Mal anfechten,den Treffer endlich gelandet hat,hätte die Uhr schon bei -0,03 stehen müssen.

Eine absolute Frechheit.

Gast: Herann vom Gipfel
31.07.2012 11:17
2 1

Österreich - das Land der Korrupten

Aus diesem Image scheinen manche noch immer Profit zu ziehen.

Antworten Gast: Tutenchamun
31.07.2012 11:37
1 2

Re: Österreich - das Land der Korrupten

Es hat schon seinen Grund warum "fair play" am anderen Ende der Weltanschauung erfunden wurde. Rogan hat das auch gezeigt. Die Reaktion der Funktionäre zeigt den typisch österreichischen Bonzen ohne Gewissen, Ideale und Ziele. Danke an Rogan für diese Lehrstunde (jeder andere Funktionär hätte ihn angefeuert und viel Glück gewünscht).
Österreich hat als korruptestes Land der Welt(?) bei internationalen Wettkämpfen eigentlich gar nichts verloren. Hier können wir uns nur blamieren.

Was zum...?

Warum verschweigt die Presse geflissentlich, dass die desaströse Entscheidung eine ÖSTERREICHERIN gefällt hat?

Welche Interessen da wohl involviert waren?

Re: Was zum...?

Im Mitelpunkt stand dabei auch eine Österreicherin: Die Kampfleiterin, die letztlich Heidemann zur Siegerin erklärte, war Barbara Csar aus Salzburg.

Re: Re: Was zum...?

Der Artikel wurde geändert.

Nach meinem Eintrag, versteht sich.

Gast: Presseleser
31.07.2012 08:05
8 1

EIN SKANDAL - FÜRWAHR


Habe diesen Fechtkampf zufällig gesehen.

Die Uhr ist einfach nicht weitergelaufen!

Da muß man allerdings an der Glaubwürdigkeit der Kampfrichter zweifeln.

Re: EIN SKANDAL - FÜRWAHR

Die Uhr ist eigentlich schon weitergelaufen; sie war vor dem Siegestreffer auf Null und die Koreanerin hat als Siegerin geblinkt.

Dann hat man die Uhr wieder umgestellt und nochmals eine Sekunde dazu gegeben, bis endlich die Schlechtere gesiegt hat.

Kenne mich im Fechten nicht aus, aber dass es keine fairere Art gibt, um eine Olympiasiegerin zu ermitteln, kann ich mir nicht vorstellen.

Gast: sid
31.07.2012 07:27
3 1

an den Anzeigen müssen sie in London noch arbeiten...

...ähnliche, ich sag mal "Unsicherheiten", gabs bei den Judo Damen. Wenn es gefühlte 3 Minuten dauert, bis die Anzeige wieder stimmt, und sich die Schiedsrichter über den Punktestand einig sind, nimmt das ein wenig Dynamik raus. Das ist nicht einfach für die Sportler, das trainiert man selten.

Gast: Paul62
31.07.2012 02:16
8 1

Ich hab das zufällig gesehen

Mit so einem Schwachsinn wird man so eine Sportart sicherlich nicht populärer machen. Unglaublich, da wird 3 oder 4 Mal mit 0,01 weitergekämpft und die Zeit bleibt (obwohl es zwischen einer halben Sekunde und 2 Sekunden bis zum Treffer dauert) immer bei 0,01 Minuten (ist nicht so genau wann da wieder die Zeit anfangt zu laufen). Nach dem vorletzten Treffer (wieder Doppeltreffer der nichts am Ergebnis ändert) geht sie auf 0,00. Da dieser eine Versuch aber angeblich nur 0,84 Sekunden gedauert hat wird die Zeit wieder auf 0,01 hochgesetzt. Dann beim nächsten Versuch kommt der entscheidende Treffer (kein Doppeltreffer) und dreht das Ergebnis um.

Zum Glück hat die Siegerin aus diesem lächerlichen Semifinale dann wenigstens das Finale verloren.

Antworten Gast: Johann S
31.07.2012 12:54
0 0

Re: Ich hab das zufällig gesehen

Kann man nur zustimmen.
Im Finale hat die Deutsche gerechterweise verloren.

Gast: Günter H.
30.07.2012 22:54
6 1

Tja fail

Schon schlimm wenn man bedenkt dass für manche anscheinend 3 sek noch immer 1 sek ist.
Nach dem 3. mal wurde sogar wieder auf 1 sek gestellt, hätte die Deutsche da nicht getroffen wäre es weiter gegangen bis sie getroffen hätte.
Olympia in London wurde für die Eröffnung 30mio aufgewendet, aber können sich keine Stopuhr leisten mit 100stel sek anzeige.
Ansonsten wäre es klar gewesen, dass nach dem zweiten Mal anpfeifen gleich auch der Schlusspfiff gekommen wäre.