Aus Doris Schwaiger sprudelte es nur so heraus. Dabei ist in Österreichs bestem Beachvolleyball-Team sonst häufig ihre jüngere Schwester Stefanie für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Die Niederösterreicherinnen sind am Montagabend mit einem erzitterten 2:1 gegen die Australierinnen Natalie Cook/Tamsin Hinchley endgültig beim Olympia-Turnier in London angekommen. Beiden war der Stein, der ihnen vom Herzen gefallen ist, anzusehen.
Am Mittwoch (24.00 Uhr MESZ) geht es gegen die US-Olympiasiegerinnen Misty May-Treanor/Kerri Walsh um den direkten Einzug ins Achtelfinale. Zumindest den dritten Gruppenplatz haben die Waldviertlerinnen sicher. Das Duell mit den Topfavoritinnen, die bei Olympia noch nie einen Satz abgegeben haben, ist auf jeden Fall nicht ihr letztes Spiel auf dem ehrwürdigen Horse Guards Parade, auf dem sie sich den Traum von einer Medaille erfüllen möchten.
Alles war 2012 den Spielen untergeordnet, nach einem Konditionsblock im Frühsommer blieben auch auf der World Tour die Ergebnisse aus. Gegen Cook/Hinchley stand Österreichs Damen-Duo mit 17:20 und drei Matchbällen gegen sich bereits vor dem Aus. Die Schwaigers zogen sich selbst aus dem Sumpf. "In schwierigen Momenten halten sie sehr stark zusammen", charakterisierte ihr slowakischer Trainer Martin Olejnak das Geschwisterpaar. Das ist gerade im Beach-Volleyball nicht selbstverständlich.
Seit zehn Jahren unzertrennlich
Seit mehr als zehn Jahren spielen Doris (27) und Stefanie (25) zusammen auf dem Sand, davor waren sie im Nachwuchs auch gemeinsam in der Halle aktiv. "Manchmal haben sie Auseinandersetzungen, aber die sind klein und unwichtig", meinte ihr Coach. Technisch können sich seine Schützlinge, 2008 in Peking Olympia-Fünfte, mit der absoluten Weltspitze messen. Einzig die Nerven haben ihnen in der Vergangenheit immer wieder einen Streich gespielt.
"Es gibt Situationen, die wir besser im Griff haben müssen", gestand Doris Schwaiger. Ihr Olympia-Auftaktspiel gegen die Tschechinnen Marketa Slukova/Kristyna Kolocova etwa hatten sie aus der Hand gegeben, auch gegen die Australierinnen wechselten einander geniale Phasen und vermeidbare Fehler ab. "Gegen die USA dürfen wir nicht so spielen", versicherte Stefanie Schwaiger. May-Treanor/Walsh sind das einzige Team auf der World Tour, das die Waldviertler "Wundertüten" noch nie bezwungen haben.
Die Formkurve zeigt aber nach oben - und damit auch das für die sensiblere Doris so wichtige Selbstvertrauen. "Wir sind extrem erleichtert", betonte "Smacksy", wie die 27-Jährige ob ihres früheren Faibles für Cerealienprodukte genannt wird. "Gegen die USA haben wir jetzt nichts zu verlieren." Nur den direkten Einzug ins Achtelfinale zu gewinnen. "Warum sollen wir sie nicht hier zum ersten Mal schlagen?", fragte Doris. "Bei Olympia ist vieles anders."
(APA)
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