Jukić: Anklage kam per „Hauspost“

01.08.2012 | 19:37 |   (Die Presse)

Dinko Jukić verpasste eine Medaille, die skurrile Debatte um sein Disziplinarverfahren geht weiter. 1,14 Sekunden trennten ihn letztlich vom Podestplatz über 200 Meter Delfin.

Drucken Versenden AAA
Schriftgröße
Kommentieren

London/Da. 1,14 Sekunden bedeuten in einem Olympiafinale Welten. Und diese trennte Dinko Jukić letztlich vom Podestplatz über 200 Meter Delfin, obgleich ihm eine enorme Leistungssteigerung nicht abzusprechen ist. Der Weg stimmt, das wisse er, und er soll ihn zu den Sommerspielen in Rio de Janeiro 2016 führen. In London startet der 23-Jährige noch über 100 Meter Delfin, von einer Medaillenchance ist keine Rede.

„Ich muss nach vorne blicken“, sagt Jukić und meint damit nicht nur seine sportlichen Ziele, sondern spielt gekonnt auch das mittlerweile leidige Thema des auf ihn wartenden Disziplinarverfahrens des Verbandes an. Eine Sperre ist ihm – wenngleich es Jukić nicht wahrhaben will und sogar davon ausgeht, „schon im September wieder lächelnd vor der TV-Kamera zu stehen“ – gewiss. Denn einige Auszüge dieser „Anklage“ tauchten nun „wie bestellt“ in London auf. Wohl eine Lieferung der „Hauspost“ ...

Darin enthalten sind schwerwiegende Anschuldigungen gegen den Schwimmer, der sich bei der EM in Debrecen „grobe Verfehlungen“ geleistet habe. Es glich einer Auflistung etlicher Kleinigkeiten, der üblichen Mätzchen und Beschimpfungen. Es ist nun Ermessenssache unabhängiger Anwälte, ob ein Sportler, der sich erbittert mit allen Mitteln und Worten gegen Funktionäre oder andere Gegner wehrt, wegen des Satzes: „Ich reiß euch allen den ...“ gesperrt werden muss oder nicht.

 

Keine Lagen-Bewerbe mehr

Eine Lektion hat Dinko Jukić in London jedenfalls gelernt. Er hat in den Delfin-Bewerben zur Weltspitze aufgeschlossen. Das verlangt nun die volle Konzentration, und um dieses Niveau – er blieb ohne Medaille, ist aber als Vierter eine Topzeit geschwommen – zu halten, muss er Abstriche in seinem Trainingsprogramm vornehmen. Darum werde er keine Lagen-Bewerbe mehr bestreiten. „Mir fehlt eine Sekunde, und die kann ich noch schaffen. Wenn ich dem mehr Zeit widme und weniger auf Brust und Rücken schaue, wird das schon in den nächsten Jahren klappen.“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 02.08.2012)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

AnmeldenAnmelden