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Kampf um Tennis-Gold: Federer gegen Murray

03.08.2012 | 22:24 |   (DiePresse.com)

Ein 19:17 im dritten Satz sicherte Roger Federer im Halbfinale gegen den Argentinier Juan Martin del Potro den Finaleinzug. Im Endspiel trifft er auf den Lokalmatador.

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Wiederauflage des jüngsten Wimbledon-Finales bei den Olympischen Spielen. Exakt vier Wochen nach dem Triumph von Roger Feder auf dem "heiligen Rasen" trifft der Schweizer erneut auf den Schotten Andy Murray. Diesmal geht es um den Olympiasieg. Feder rang am Freitag  den Argentinier Juan Martin Del Potro nach 4:26 Stunden mit 3:6,7:6(5),19:17 nieder. Murray setzte sich gegen den Serben Novak Djokovic nach exakt zwei Stunden mit 7:5,7:5 durch.

Der sportliche Federer hatte im Moment des Triumphes auch wieder Mitgefühl für den Del Potro. "Ich war für ihn sehr traurig", sagte Federer, "es war eine sehr emotionale Umarmung. Er sollte sehr stolz auf seine Leistung sein, ich habe ihn noch nie so konstant stark gesehen, schon gar nicht auf Rasen", lobte der Schweizer seinen Kontrahenten.

Er selbst war freilich äußerst glücklich. "Ich bin natürlich enorm froh. Das ist die erste Medaille für die Schweiz und das hat mich durch das Match getragen. Emotional bin ich aber völlig erschöpft, weil ich so häufig gegen den Matchverlust servieren musste", erinnerte Federer an den extrem langen dritten Satz, es war überhaupt das längste Drei-Satz-Match in der offenen Profi-Ära.

Federer fehlt damit nur noch ein Sieg zum einzigartigen Double in der Tennisgeschichte, dem Doppelschlag "Wimbledon und Olympia-Gold in Wimbledon", dem vielleicht wertvollsten Erfolg seiner unvergleichlichen Karriere, in der er Erfolge an der Church Road ohnehin über alles stellt. Mit einem Finalerfolg würde er sich nicht nur seinen Bubentraum erfüllen, sondern auch den persönlichen "Golden Slam" vollenden.

Seit London 2005 die Spiele zugesprochen erhielt, ist man sich in Tennis-Kreisen der Einmaligkeit dieser Gelegenheit für die aktuelle Tennis-Generation bewusst. Federer hat versucht, in den Wochen nach seinem Triumph bei den All England Championships nicht regelmäßig daran zu denken: "Nach Wimbledon war ich in der Euphorie über den Titel, die Rückeroberung der Nummer 1 und das Erreichen des Rekords von Pete Sampras. In den Ferien habe ich praktisch gar nicht daran gedacht. Ich tue es erst so richtig, seit ich hier bin. Wenn ich mich tagtäglich damit beschäftigt hätte, hätte das viel Energie gekostet", weiß Federer.

Nun hat Murray am Sonntag im Finale, in dem im Gegensatz zum bisherigen olympischen Turnier wieder auf drei Gewinnsätze (best-of-five) gespielt wird, die Chance, Federer seinen großen Traum zu vermasseln. Noch vor vier Wochen hatte er die Tränen ob des verpassten ersten Grand-Slam-Triumphs für sich und ein Land, das seit 1936 auf einen Grand-Slam-Titel wartet, auf dem Center Court nicht zurückhalten können. Möglicherweise hat gar Murray am Ende ein Lächeln auf den Lippen.

Schon am Samstag kommt es zu einem ebenfalls hochklassigen Damen-Endspiel: French-Open-Siegerin Maria Scharapowa trifft auf die vor vier Wochen zum fünften Mal zur Wimbledonsiegerin gekürte Serena Williams. Es ist ein Finale der Topstars dieses Sports, Scharapowa ist gar die bestbezahlte Sportlerin der Welt. Für die Russin ist es ebenso wie für den US-Star die Chance, ihren bisherigen Karriere-Grand-Slam zum "Golden Slam" zu veredeln. Scharapowa könnte sich zudem im Falle von Olympia-Gold wieder zur Nummer 1 der Welt küren, da Wiktoria Asarenka schon im Halbfinale ausgeschieden ist.

Asarenka war gegen Williams beim 1:6,2:6 in 63 Minuten chancenlos, und auch Scharapowa konnte beim 6:2,6:3 über Landsfrau Maria Kirilenko Kräfte sparen. Für die Halbfinal-Verlierer ist im Gegensatz zu vor vier Wochen das Turnier aber noch nicht vorbei. Asarenka und Kirilenko bzw. Djokovic und Del Potro spielen am Wochenende noch um Bronze.

(APA)

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1 Kommentare
Gast: Realist 1
04.08.2012 05:39
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Roger Feder ist wie die Schweiz und die Schweiz ist wie Roger! Darum hat er auch nach dem Spielgewinn das Schweizerkreuz auf seinem T-Shirt geküsst. Beide sind "Top of the world*, eben nicht vergleichhbar mit anderen was die Langfristleistung betrifft. Das gilt auch sollte er nur Silber gewinnen.