Mit dem Lesen von Harry Potter als Zeitvertreib statt dem Studium der Medizinbücher lässt es sich entspannter in das Olympia-Debüt gehen. Dass Kopfarbeit jedoch nicht unbedingt schadet, bewies Hürdensprinterin Beate Schrott, als sie trotz Lernstress EM-Vierte in Helsinki geworden war. Bei den Sommerspielen in London hofft die ÖLV-Rekordlerin auf die Halbfinal-Qualifikation.
Nach einem gutem Abschlusstraining blickt Schrott zuversichtlich auf ihr Olympiadebüt (ab 11.05 Uhr MESZ). Sehr wichtig war für sie auch der Besuch am Freitagabend im Stadion. "Das war ein tolles Erlebnis. Ich bin froh, dass ich nun schon einmal drinnen war. So viele Leute, da wirst du fast erschlagen, ein Wahnsinn!", sagte die 24-jährige Niederösterreicherin in Anbetracht einer 80.000 Köpfe starken, tobenden und schreienden Menge.
Am 17. Juli hat Schrott in Luzern den von ihr gehaltenen österreichischen Rekord auf 12,82 Sekunden gedrückt. "Da war ich natürlich schon sehr zufrieden", sagte die Athletin der Union St. Pölten, die sich in einem Trainingslager mit der Gruppe von US-Coach Rana Reider in Salzburg vorbereitet hat.
Schonung für Schrott angesagt
In London bewegte sie sich an den zwei Tagen vor ihrem Vorlauf auf Sparflamme. "Ich habe gemerkt, wenn man zu viel anschaut, wird man müde. Normalerweise gehe ich zum Frühstücken vom Schlafzimmer in die Küche. Im Athletendorf sind die Wege hingegen weit, das darf man nicht unterschätzen. Und du gehst ja ein paar Mal in den Speisesaal. Meine übrigen Kräfte kann ich nach dem Wettkampf auch noch verschießen."
Es stehen sechs Vorläufe auf dem Programm. Die jeweils besten drei sowie die weiteren sechs Zeitschnellsten kommen in das Semifinale, das in drei Läufen ausgetragen wird. Die Niederösterreicherin Beate Schrott ist im zweiten Vorlauf um 11:12 Uhr MESZ an der Reihe, sie hat gute Chancen, weiterzukommen. Es sind nur zwei Läuferinnen mit einer besseren Saisonbestleistung in ihrem Lauf.
Vorfreude und Anspannung seien gleichermaßen hoch, sie wisse, dass sie gut drauf sei und hoffe, mit ihrer Nervosität gut umgehen zu können. In der Vorbereitung wurde ein Schwerpunkt auf Technik und Schnelligkeit gelegt, große Bedeutung kommt dem Start zu. "Aggressiv ins Rennen und über die ersten Hürden zu gehen, ist das Wichtigste." Die Australiern Sally Pearson stellte mit 12,40 Sekunden die schnellste Zeit heuer auf und gilt als Top-Anwärterin auf den Olympiasieg.
(APA)
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