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Kajak: Zwei Charaktere, aber eine Balance

06.08.2012 | 16:59 |   (Die Presse)

Yvonne Schuring und Viktoria Schwarz, die regierenden Kanu-Weltmeister über 500 Meter, wollen sich am Dienstag fürs Finale qualifizieren. Dann ist vielleicht alles möglich. Der Trainer traut ihnen dieses Mal viel zu.

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London. Ihr Vorlauf scheint noch kein Problem zu sein. Fünf Boote am Start, fünf steigen auf. Wer von A nach B kommt, dem ist die Halbfinalteilnahme also sicher. Doch so werden Yvonne Schuring und Viktoria Schwarz nicht in ihr Olympia-Rennen in Eaton Dorney gehen. Die Flachwasserkanu-Weltmeisterinnen über 500 m proben den absoluten Ernstfall, gehen konzentriert ans Werk, wollen sich mit einer Topzeit auch eine gute Bahn für die nächste Aufgabe sichern.

17 Boote sind bei den Kajakzweierdamen gemeldet, die Österreicherinnen sind um 11.49 Uhr (MESZ) an der Reihe, um 12.51 Uhr steigen die Halbfinale. „Das ist ein enger Plan, da bleibt nicht viel Zeit. Aber wir haben das vor etwas mehr als einer Woche in Testfahrten simuliert, die Mädels sind in beiden Rennen die gleiche Zeit gefahren. Es sieht ziemlich gut aus“, sagte Österreichs Cheftrainer Nandor Almasi, der beiden große Trainingsdisziplin bescheinigt.

Die Balance im Boot ist gegeben, auch wenn die Sportlerinnen sich im Charakter unterscheiden. „Yvonne ist sehr ehrgeizig und sehr ernst. Viktoria ist lockerer. Aber im Training und im Boot sind beide immer voll da“, weiß Almasi. Nach dem neunten Platz bei den Sommerspielen 2008 in Peking sind sie einen großen Schritt weitergegangen, der Trainer traut ihnen dieses Mal viel zu. „Aber lassen wir sie zuerst einmal ins Finale kommen“, meinte er.

Kontinuierlich gesteigert

„Wir konzentrieren uns darauf, unsere Leistung perfekt abzurufen“, sagte die 34-jährige Schuring, die einem Alltagsjob als Verwaltungsangestellte nachgeht. Und die um sieben Jahre jüngere Schwarz meinte: „Durch den WM-Titel sind die Erwartungen gestiegen. Wir werden alles aus uns herausholen und unser Bestes geben, und dann werden wir sehen. Wir machen uns aber keinen Druck.“

Gleich in ihrem ersten gemeinsamen Jahr paddelten Schuring/Schwarz 2008 bei Olympia ins Finale, bei Weltmeisterschaften kamen sie 2009 in Dartmouth über 200 m auf den vierten Rang, 2010 gewannen sie in Posen über 500 m Bronze, 2011 ließen sie über die Olympia-Distanz in Szeged Gold folgen. Bei Europameisterschaften stehen ein vierter Platz 2011 und ein fünfter 2012 zu Buche.

Seit den China-Spielen wurde die Abstimmung im Boot verbessert, die Leistungen wurden solider und konstanter, bis das Duo voriges Jahr in der absoluten Weltspitze angekommen war. „Wir haben uns in den gemeinsamen Jahren kontinuierlich gesteigert, wir werden auch bei den Spielen alles geben. Der Traum ist, eine Medaille zu holen, es kann aber bei Olympischen Spielen alles passieren. Es wird schwierig, denn die Konkurrenz ist sehr stark“, sagte Schwarz.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 07.08.2012)

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