Witwen der Opfer des Olympia-Attentats von München 1972 haben am Montag schwere Vorwürfe gegen das Internationale Olympische Komitee (IOC) und dessen Präsidenten Jacques Rogge gerichtet. 110.000 Menschen, darunter US-Präsident Barack Obama, hätten eine Petition unterzeichnet und eine Gedenkminute für die elf israelischen Opfer vom 4. September 1972 während der Eröffnungsfeier von London 2012 gefordert. "Nur das IOC bleibt blind und taub", sagte Ankie Spitzer, die Witwe des damals umgekommenen Fechttrainers Andre Spitzer.
"Schande über Dich, IOC", rief sie vor 700 Gästen, darunter der deutsche Außenminister Guido Westerwelle und der stellvertretende britische Premierminister Nick Clegg. "Sie haben die elf Mitglieder der Olympischen Spiele im Stich gelassen. Sie diskriminieren sie, nur weil sie Israelis und Juden sind", sagte Spitzer in Anwesenheit von IOC-Präsident Rogge. Rogge selbst hatte zuvor die Ehre der damals umgekommenen Sportler hochgehalten. "Wir schulden es ihnen, dass wir ihren Geist aufrechterhalten", sagte er, bevor er die elf Namen verlas.
(APA/dpa)
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