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Beate Schrott: Vom Finale so richtig überrumpelt worden

08.08.2012 | 17:01 |   (Die Presse)

Die 24-jährige Niederösterreicherin Beate Schrott darf sich überraschend zu den besten acht Hürdenläuferinnen der Welt zählen. „Ich kann mich noch überall verbessern.“ Nächstes großes Ziel: Rio de Janeiro 2016.

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Die größte Emotion verleitet oftmals dazu, die Dinge wegen tränennasser Augen etwas verwässert zu sehen. Nicht im Fall von Beate Schrott. Die Hürdensprinterin, sensationelle Achte bei den diesjährigen Olympischen Spielen in London, stellte sich vor die Journalisten und erklärte: „Ich war sicher im Halbfinale von der Laufeinteilung begünstigt. Ich werde auch immer sagen, dass ich nicht die achtschnellste Zeit hatte, sondern die elftbeste. Und damit ins Finale kam.“

So bescheiden die 24-jährige Niederösterreicherin ihre Leistung über die 100 m Hürden analysierte, so stark war jedoch auch der Eindruck, den sie vor allem im Halbfinale vor 80.000 Zuschauern hinterlassen hatte. In der Mitte des Laufes noch weit zurückgelegen, zündete Schrott den Turbo und kam in 12,83 Sekunden auf den zweiten Platz, der den direkten Aufstieg ins Finale bedeutete. Nur eine Hundertstelsekunde lag sie über dem von ihr erst kürzlich wieder gedrückten österreichischen Rekord. Eine überragende Leistung für Österreichs Leichtathletik.

Schrott sorgte für das erste Olympia-Einzel-Sprintfinale einer ÖLV-Athletin seit London 1948 und das insgesamt erst zweite. Maria Oberbreyer kam vor 64 Jahren über 80 m Hürden auf den fünften Platz. Zweimal schafften rot-weiß-rote 4x100-m-Staffeln die Teilnahme an einem Olympia-Finale (Frauen London 1948, Männer Barcelona 1992), ansonsten ist kein Ergebnis dieser Preisklasse notiert.

Schrott kam im Endlauf beim Sieg der Australierin Sally Pearson als Letzte auf eine Zeit von 13,07 Sekunden. „Es ist schade, dass ich jetzt eine 13er-Zeit stehen habe, schade, dass ich nicht mithalten konnte. Technisch ist es nicht so fein gegangen, ich habe aber nicht so viele Erinnerungen. Ich habe nur gemerkt, ich komme an die anderen nicht ran.“ Doch das Olympia-Finale könne ihr niemand mehr nehmen. „Es ist mir eine irrsinnig große Ehre. Ich bin überglücklich, dass ich das erleben durfte. Ich bin irrsinnig stolz und will meine Leistung auch nicht schmälern“, sagte Schrott.

Dass im Finale keine bessere Zeit herauskam, führte Schrott auch darauf zurück, dass die Vorbereitung eine ganz andere als auf das Halbfinale gewesen sei. „Körperlich war ich ganz gut erholt, aber der Fokus war vielleicht nicht mehr ganz so da. Ich hatte den ganzen Tag Zeit, mich auf das Semifinale einzustimmen. Mit dem Finale habe ich aber nicht im Entferntesten gerechnet“, sagte sie, und ergänzte: „Die Kulisse war so unglaublich schön, das Publikum geht so mit. Ich habe vor dem Start grinsen müssen.“

Nach der nur um eine Hundertstelsekunde verpassten Bronzemedaille bei der EM Ende Juni in Finnland bekam sie dank Platz vier viel Aufmerksamkeit. „So viele Leute haben mich unterstützt, ich habe so viel positive Energie bekommen. Ich hätte einen Rucksack voller Glücksbringer mit nach London bringen können“, erzählte die Athletin von Union St. Pölten, die auch von einem Public Viewing in ihrer Heimatstadt berichtete.

„Strebt nach mehr!“

Sie hofft, mit ihrer Leistung andere Talente in Österreich anzuspornen und gibt ihnen vor allem einen Ratschlag mit auf den Weg. „Strebt nach mehr, lauft auf internationaler Ebene.“ Schrott selbst wird konsequent weiterarbeiten. „Ich werde nach wie vor in jedem Rennen versuchen, Bestleistung zu laufen. Ich werde versuchen, mich überall noch zu verbessern. Vor allem im ersten Teil des Rennens ist noch Potenzial drinnen.“

Nach Olympia ist vor Olympia. „Die Arbeit geht jetzt los. Rio de Janeiro 2016 ist ein Ziel. Aber vier Jahre sind eine lange Zeit, da kann viel passieren.“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 09.08.2012)

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20 Kommentare
1 0

Liebe Beate Schrott,

du hast es bewiesen: Man kann inteliigent sein und Spitzensport betreiben, selbst als Amateur.
Kein Fußballer würde ohne Bezahlung auch nur einen Finger krümmen!

GRATULATION zu dieser österreichischen Spitzenleistung.

Ich würde jetzt einmal behaupten, dass es die relativ betrachtet beste Leistung einer österreichischen Olympiateilnehmerin in London ist.

Weiter so!


Antworten Gast: Ibinaagast
09.08.2012 21:58
0 0

Re: Liebe Beate Schrott,

Absolut betrachtet sind die vierten und fünften aber bedeutend besser. Was die Fußballer betrifft, niemand verfällt in Euphorie wenn eine Fußballmannschaft achter wird. Daher muß viel Geld trösten.

unglaublich

ernsthaft? drei Artikel über einen achten Platz?

einmal hätte gereicht

Re: unglaublich

über die zahlreichen Artikel über das xte sinnlose Qualifying in der Formel 1, hat sich noch keiner beschwert. Sportlich ist jede Läuferin höher stehender als diese "im Kreisfahrer".

Antworten Gast: ibinaagast
09.08.2012 15:18
0 1

Re: unglaublich

GOLD für dieses Posting !!!!

sehr schöner erfolg!

leider wird dem Norbi vor "enttäuschung

Re: sehr schöner erfolg!

leider wird auch nach dem zweiten versuch mein posting nur zur hälfte freigeschaltet!

fortsetzung: vor "enttäuschung & ernüchterung" ein achterl in d' wäsch' gehen

gratulation, gut gemacht !


Gast: free111
08.08.2012 15:31
6 1

SUPER g'macht und a sympathisches mädel!

gott sei donk hamma neben den dampfplauderern rogan und jukic auch so ane sportler: bescheiden, realistisch und vor allem auf die sache konzentriert!

spitze

Hallo zusammen,
also ich finde das super. Ein Achter Platz bei Olympischen Spielen, und in Leichtathletik. Finde ich spitze, super Beate - weiter so!
schönen Tag euch alles

Antworten Gast: ibinaagast
08.08.2012 14:14
0 2

Re: spitze

Ein 8. Platz, und alles jubelt. Beim 4ten und den beiden 5ten hieß es abgesoffen und Pleite. Ich bin offensichtlich zu dumm um das zu verstehen.

0 0

Re: Re: spitze

Sie sind damit für den Spitzensport geeignet. Zumindest meint das der MR.

Antworten Antworten Antworten Gast: Ibinaagast
09.08.2012 21:47
0 0

Re: Re: Re: spitze

Super Antwort. Daran habe ich gar nicht gedacht. Die Hoffnung lebt.

Re: Re: spitze

@ibinaagast weil sie davor keine unnötigen Versprechungen gemacht hat.. wie ein Rogan oder Dukic.

0 0

Es geht darum nicht Erwartungen in den Medien hochzuschrauben,

sondern die HOFFNUNG auf eine exzellente persönliche Leistung zu leben.

Wer sich selbst unter Druck setzt, oder sich unter Druck setzen lässt, wird nur selten seine beste Leistung abrufen können.

Dass wir keine Medaille geschafft haben, liegt daher auch teilweise an den Meidien und speziell am Staatsfunk ORF.

Antworten Antworten Antworten Gast: ibinaagast
09.08.2012 15:24
0 0

Re: Re: Re: spitze

ja ja der Dukic .

Re: Re: spitze

Bei den einen erwartete man sich einfach viel mehr.

Aber wenn Sie mich fragen, ist der Wettkampfsport sowieso überfinanziert. Der Wettstreit ist unnötig.

Sport an sich ist etwas gutes aber das Privatvergnügen von jedem. Ich sehe nicht ein, warum ich mit meinem erarbeiteten Geld Athleten sponsern soll. Aber das Ministerium tut's trotzdem.

Antworten Antworten Antworten Gast: R3alist
08.08.2012 20:44
1 0

Re: Re: Re: spitze

Prinzipiell gebe ich Ihnen Recht, aber Sport ist dann kein Privatvergnügen mehr, wenn Jugendliche immer unbeweglicher und fetter werden.
Erfolgreiche Spitzensportler sind dann vielleicht Vorbilder und zeigen dass auch andere Sportarten außer Fußball cool sein können.
Peter Seisenbacher hat zB mit seinen Olympiasiegen einen regelrechten Judo-Boom ausgelöst.

Mit Ihrem hart erarbeiteten Geld sponsern Sie aber ohnehin eher weniger die Athleten selber, als vielmehr unzählige Sportfunktionäre.

Re: Re: Re: Re: spitze

1. Glaube ich nicht daran, dass gerade die fetten Kinder mit dem Wettbewerbsgedanken zum Sport getrieben werden können. Warum etwas tun in dem man viel schlechter ist als die anderen und wo man sich ständig messen muss?

2. Judo und andere Kampfsportarten werden kaum gefördert und vor allem von privaten Clubs betrieben. Da würde sich ohnehin kaum etwas ändern.

3. Ja, gut dass Leute wie der Jukic ihren "Erfolg" genutzt haben um denen wenigstens eins reinzuwürgen.

Antworten Antworten Antworten Gast: ibinaagast
08.08.2012 15:06
3 0

Re: Re: Re: spitze

Gratuliere, Sie haben den Nagel auf den Kopf getroffen.