Wie im 100-Meter-Sprint heißt auch der Olympiasieger im 200-Meter-Lauf Usain Bolt. Der Jamaikaner siegte im Finale mit einer Zeit von 19,32 Sekunden. Für Bolt ist es bereits die fünfte Goldmedaille. 2008 hatte er über 100 Meter, 200 Meter und mit der Staffel über 4 x 100 Meter triumphiert.
Der Jamaikaner ist der erste, der bei zwei aufeinanderfolgenden Spielen jeweils die beiden Sprintstrecken gewonnen hat.
Sein Landsmann Yohan Blake landete in 19,44 Sekunden knapp dahinter auf Platz zwei. Und auch Bronze ging an Jamaika, Warren Weir wurde Dritter.
Legendenstatus erreicht
"Bis ich die 200 m nicht gewonnen habe, werde ich nicht sagen, dass ich der Größte bin. Die erfolgreiche Titelverteidigung macht mich zur Legende", hatte Bolt am Sonntag nach dem Gewinn des Titels im Kurzsprint verkündet. Gesagt, vollbracht. War er über 100 m in 9,63 Sekunden nur 5/100 Sekunden über seinem Weltrekord gelegen, waren es Donnerstagabend über die doppelte Distanz 13/100.
"Das ist das, was ich wollte und ich habe es bekommen. Ich bin sehr stolz auf mich. Nach einer harten Saison bin ich hierhergekommen und habe es geschafft. Ich habe gedacht, dass der Weltrekord möglich ist, wahrscheinlich war ich dafür nicht ganz fit genug. Ich habe meinen Rücken ein bisschen gespürt", sagte Bolt nach seiner Ehrenrunde.
"Ich hab Yohan gesagt, ich werde nicht zulassen, dass er mich noch einmal über die 200 m schlägt. Zweifellos werde ich gewinnen", hatte Bolt im Vorfeld posaunt. Blake hatte sich bei den jamaikanischen Trials über beide Strecken gegen den Weltrekordler durchgesetzt, womit viele begannen, eine mögliche Sensation auch bei Olympia zu wittern. "Es wird definitiv interessant", konterte Blake.
Damit behielt er recht. Bolt hatte sich den entscheidenden Vorteil in der Kurve herausgeholt, auf der Geraden hielt Blake mit Bolt mit. Im Finish blickte der Ältere zum drei Jahre jüngeren Trainingspartner, legte beim Überqueren der Ziellinie einen Finger auf den Mund, als wollte er sagen: "Psst. Schön leise sein!" Mit dem Fingerzeig ließ er eine möglicherweise noch schnellere Zeit liegen, stellte aber die Rangordnung klar.
Bolt hat mit der erstmals in der Geschichte erfolgreichen Verteidigung von Olympia-Titeln über 100 und 200 m auch den großen Carl Lewis überflügelt. Er will seine Stellung als schnellster Sprinter der Welt jedenfalls noch lange behalten. "Man sagt, große Athleten gibt es alle zehn Jahre. Hoffentlich ist der nächste Große nicht ausgerechnet ein Leichtathlet", sagte er dem Männermagazins FHM.
Ob er nun von der Queen auch offiziell "The Most Excellent Order of the British Empire" bekommen wird, bleibt abzuwarten: "Wenn mich Queen Elizabeth dann zum Ritter schlägt und ich den Titel 'Sir Usain Bolt' bekomme? Nun, das klingt doch nett", hatte der Mann aus der Karibik bereits 2009 Fragen zum möglichen Sprint-Double und Ritterschlag in London beantwortet.
(APA)
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