Es war der zweitälteste Weltrekord bei den Frauen in der Leichtathletik. 27 Jahre waren die 41,37 Sekunden eines DDR-Quartetts das Maß aller Dinge über die 4 x 100 m. Nun hat die US-Staffel - Tianna Madison, Allyson Felix, Bianca Knight, Carmelita Jeter - den Weltrekord bei den Olympischen Spielen in London um 55/100 auf 40,82 Sekunden verbessert. Silber ging an Jamaika (41,41), Bronze an die Ukraine (42,04), jeweils in nationaler Rekordzeit. Der älteste Weltrekord der Frauen stammt aus dem Jahr 1983, aufgestellt von Jarmila Kratochvílova über 800 Meter.
"Ich bin so stolz auf diese Mädchen", jubelte Madison. "Unsere Namen gehen in die Geschichte ein", konnte Felix ihr Glück über den fixierten Weltrekord nicht fassen.
Auch ohne die Beteiligung von Usain Bolt im Vorlauf hat sich die jamaikanische 4x100-m-Staffel souverän für das Finale am Samstag qualifiziert. Nesta Carter, Michael Frater, Yohan Blake und Kemar Bailey-Cole siegten in 37,39 Sekunden. Den zweiten Vorlauf gewann das US-Quartett mit nationalem Rekord und Jahresweltbestzeit von 37,38 Sekunden.
"Wir wollten gar nicht schnell laufen. Wir wollten es locker angehen", sagte Weltmeister Blake, der neben Bolt seinen Fixplatz im Finale hat. Bei den USA wurden Tyson Gay und Ryan Bailey geschont, die im Einzelfinale auf die Ränge vier und fünf kamen. "Ich will ganz oben stehen, ich spüre, dass wir noch mehr in uns haben. Ich habe ein Bronze, aber das ist bittersüß. Ich will Gold", meinte Gatlin. Kurios: Zum vierten Mal bei fünf Olympischen Spielen wurde eine britische Staffel disqualifiziert.
Über 4 x 400 m schlug Bahamas mit Chris Brown, Demetrius Pinder, Michael Mathieu und Ramon Miller in der olympischen Rekordzeit von 2:56,72 Minuten zu. Silber ging an Topfavorit USA (2:57,05), Bronze an Trinidad und Tobago (2:59,40). Nach einem erfolgreichen Protest stand Südafrika als neuntes Team im Finale, das Quartett um den beinamputierten Oscar Pistorius kam aber nur auf den achten Rang. Nichts wurde es damit für den "Blade Runner" nach Staffel-WM-Silber 2011 aus einer Olympia-Medaille.
Im Stabhochsprung überquerte Topfavorit Renaud Lavillenie aus Frankreich die olympischen Rekordmarke von 5,97 Meter, der 25-jährige, zweifache Europameister gewann vor den Deutschen Björn Otto und Raphael Holzdeppe. Im Hammerwurf gewann die Russin Tatjana Lysenko mit 78,18 Metern vor Anita Wlodarczyk aus Polen (77,60) und der Deutschen Betty Heidler (77,13). Für die Entscheidung war eine Hand-Messung notwendig, war doch der beste Hammereinschlag von Heidler zuerst nicht richtig erkannt worden.
Die Äthiopierin Meseret Defar hat ihrer Landsfrau Tirunesh Dibaba den Titel über 5000 m weggeschnappt. Die 28-jährige Drittplatzierte von 2008 lief Freitagabend in 15:04,25 Minuten ins Ziel, auf den Plätzen landeten die Kenianerin Vivian Cheruiyot (15:04,73) und Dibaba. Während Defar vor Glück losheulte ("Ein großartiger Tag für mich"), war Titelverteidigerin Dibaba nach dem verpassten Double-Double sauer. "Natürlich bin ich nicht erfreut. Bronze war nicht mein Ziel", betonte die 27-Jährige, die über 10.000 m in Peking und London Gold gewonnen hatte.
Über die 1500 m gab es einen türkischen Doppelerfolg, in 4:10,23 Minuten setzte sich Asli Cakir Alptekin vor Gamze Bulut (4:10,40) und Maryam Yusuf Jamal aus Bahrain (4:10,40) durch.
(APA)
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