PEKING (red./ag.). Oft sind es die kleinen Dinge, die hohe Symbolkraft besitzen. Weil die chinesische Botschaft in Washington dem amerikanischen Eisschnelllauf-Olympiasieger Joey Cheek, einem Mitbegründer des „Team Darfur“, ein Visum verweigerte, nominierte die US-Olympia-Auswahl den sudanesische Flüchtling Lopez Lomong als Fahnenträger bei der Eröffnungsfeier. Die knapp 600 US-Athleten erkoren den 1500-Meter-Läufer zu ihrem Frontman. Ein Affront gegen China, einem wichtigen Wirtschaftspartner des Sudan.
Der 23-jährige Lomong war wegen des Bürgerkriegs im Alter von sechs Jahren geflohen, um nicht Kindersoldat werden zu müssen. Danach lebte er, von seinen Eltern getrennt, zehn Jahre in Kenia in einem Flüchtlingslager. Schließlich fand er in den USA eine neue Heimat und wurde im Juli 2007 US-Staatsbürger.
Man müsse eine Botschaft an die sudanesische Regierung senden, nicht zu töten und an die chinesische Führung, die Unterstützung für das Regime in Khartum zu beenden, wird Lomong zitiert.
In Darfur kämpfen seit fünf Jahren Rebellengruppen gegen die arabische Reitermiliz der Janjaweed und die islamische Regierung in Khartum. Der Bürgerkrieg forderte bislang 300.000 Tote und 2,5 Millionen Flüchtlinge.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 08.08.2008)
Abschlussfeier: Olympia 2008 ist vorbei
Tag für Tag: Olympia im Bild
Olympia hautnah: Impressionen von den Spielen
Peking- Splitter: Abseits der Entscheidungen
Olympia- Autsch: Dabeisein im Fallen
Pomp und Pathos: Die Eröffnungsfeier in Bildern






Trendwende: Der Koloss beginnt zu wanken
Wirtschafts-Chinesisch: Lieber höflich als klar
Rot-Weiß-Rot in China: Österreichische Firmen in Peking
RSS