Finne spielt mit Kieferbruch

Teemu Selänne (39) ist neuer Rekordspieler des Olympia-Eishockey-Turniers.

Finnen spinnen, vor allem dann, wenn es um Eishockey geht. Da kennt der Nordmann kein Pardon, da gibt es keine Schmerzen. Also zitterte Veteran Teemu Selänne keine Sekunde, ob er bei den Winterspielen in Vancouver für „Suomi“ aufs Eis laufen wird können. So manch anderer hätte es sich nämlich zweimal überlegt.

Am 13. Jänner wurde Selänne im Spiel seiner Anaheim Ducks gegen Boston vom Puck im Gesicht getroffen. Seitdem ist der Kiefer gebrochen. Seitdem trägt der Finne eine Titanplatte und mehrere Schrauben „spazieren“.

Doch gleich beim 5:1 gegen Weißrussland stellte der 39-Jährige den Rekord ein. Mit seinem 36. Scorerpunkt zog er in der ewigen Scorerliste der Olympischen Spiele mit dem Kanadier Harry Watson, Sowjetstar Waleri Charlamow und dem Tschechen Vlastimil Bubnik gleich. „Für mich ist das eine Ehre. Ich bin froh, dass ich überhaupt dabei bin.“ Gesagt, getan – selbst mit gebrochenem Kiefer grinst ein Finne ziemlich breit.

Beim 5:0 gegen Deutschland leistete Selänne ein Assist (zum 3:0), und er ist nun mit insgesamt 20 Treffern und 17 Vorlagen alleiniger Olympiarekordler. In der NHL brachte es der „finnische Blitz“ von 1992 bis dato auf 632 Treffer in 1274 Spielen. Kein anderer kann derartige Zahlenspiele aufweisen. Der Traum aller Eishockeyspieler erfüllte sich für ihn 2007, als Anaheim den Stanley Cup gewann. Letztlich ist ein Finne aber nur dann wirklich glücklich, wenn er die Schweden besiegt hat. Heute hat Selänne, der nach der Saison seine Karriere beenden wird, die Gelegenheit dazu. „Mit 40 ist halt wirklich Schluss.“ dat

("Die Presse", Print-Ausgabe, 21.02.2010)

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