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Nebel vereitelt ÖSV-Triumph: Bronze für Görgl

26.02.2010 | 00:35 |  Von Gerhard Hofer (DiePresse.com)

Viktoria Rebensburg aus Deutschland gewinnt überraschend den olympischen Riesenslalom vor Tina Maze, Slowenien. Die Österreicherin Elisabeth Görgl feiert ihr zweites Bronze bei den Spielen von Vancouver.

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Whistler. Es war wie verhext. Gerade als Elisabeth Görgl als Halbzeitführende den olympischen Riesentorlauf in Angriff nahm, fiel im Mittelteil der Strecke dichter Nebel ein. Und so nahm das Schicksal seinen Lauf.

Görgl hielt im ersten Abschnitt ihren Vorsprung, verlor im Nebel sehr viel Zeit und kämpfte sich mit einem fulminanten Endspurt auf das Podium zurück. „Der Lauf hätte noch etwas länger gehen können“, meinte Görgl im Ziel. Angesprochen auf den Nebel meinte sie: „Ich habe mich nur auf mein Rennen konzentriert und nicht auf die äußeren Umstände.“

Nach den Plätzen 1, 2 und 4 zur Halbzeit hatten sich die ÖSV-Leute allerdings mehr erwartet. „Letztendlich war es noch eine gewonnene Medaille“, resümiert ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel. In Anbetracht der widrigen Umstände sei Görgls Bronzemedaille gar nicht hoch genug einzuschätzen.

Es fehlten 16 Hundertstel

An Ende fehlten 16 Hundertstelsekunden auf den Sieg. Der ging an die erst 20-jährige Deutsche Viktoria Rebensburg. Sie verstand es am besten, an diesen zwei Tagen zwei gleichmäßige, solide Läufe zu absolvieren. Sechste Laufzeit im ersten, siebente im zweiten Durchgang waren Goldes Wert.

Wer hier von einem Überraschungssieg spricht, hat die Zeichen der Zeit im Damenskisport noch nicht erkannt. Viktoria Rebensburg gilt seit ihrem Weltcupdebüt als Sechzehnjährige im Dezember 2006 als eines der größten Talente im Skizirkus. Bei den Junioren gewann sie alles, was es zu gewinnen gibt. Und in der heurigen Weltcupsaison kam der sympathische Blondschopf aus Kreuth in Oberbayern immer besser in Schuss.

Im letzten Weltcuprennen vor Vancouver in Cortina holte Rebensburg ihren ersten Podestplatz mit Rang zwei. „Und da habe ich allerdings einen Haufen Fehler gemacht“, erinnert sich die Olympiasiegerin und meint zu ihrem ersten Sieg: „Ich hab gewusst, dass ich es kann.“ Und deshalb stand sie ganz oben auf dem Podest, flankiert von der Slowenin Tina Maze und Elisabeth Görgl.

„Schlampiges Genie“


„Viktoria ist ein schlampiges Genie“, sagte DSV-Techniktrainer Christian Schwaiger. „Sie fährt einen der schnellsten Schwünge im gesamten Weltcup, aber leider wollte sie in der Vergangenheit allzu oft mit dem Kopf durch die Wand“, meinte der strahlende Betreuer und fügte hinzu: „Aber vielleicht muss man so sein, um eine ganz Große zu werden.“

Viktoria Rebensburg wird keine olympische Eintagsfliege, davon sind ihre Betreuer überzeugt. „So wie sie fährt, das ist die Zukunft“, meint Deutschlands Alpiner Sportdirektor Wolfgang Maier. Rebensburg Fahrstil birgt allerdings hohes Risiko. Es besteht immer die Gefahr, dass sie in Rücklage gerät. „Beim letzten Übergang vor dem Ziel hatte ich deshalb ein kleines Problem“, gesteht die Olympiasiegerin.

Zettel ohne Angriffsgeist

Während das deutsche Damen-Skiteam über die zweite Goldmedaille nach Maria Riesch in der Kombination jubelte, war bei den Österreichern gleich nach dem Rennen schonungslose Manöverkritik angesagt. Damen-Cheftrainer Herbert Mandl war fuchsteufelswild über die Vorstellung von Kathrin Zettel, die sich mit dem fünften Platz abfinden musste. Die routinierte Niederösterreicherin habe nie richtig angegriffen, habe so sukzessive Zeit eingebüßt. „So fährt man nicht, wenn man eine Medaille gewinnen will“, meinte Mandl.

Doch Zettel wusste ohnehin selbst, dass sie an diesem Tag nicht die Leistung gebracht hat, zu der sie fähig ist. Mit kreidebleichem Gesicht verließ sie enttäuscht den Zielraum. Die 23-Jährig hat heute im Slalom die Möglichkeit zur Rehabilitation.

Während die eine über ihren fünften Platz enttäuscht war, konnte die andere, Eva-Maria Brehm, über ihren siebenten Rang lächeln. Für die 21-jährige Tirolerin waren es die ersten Winterspiele – und bestimmt nicht die letzten.

Endstand:

  1. Viktoria Rebensburg GER, 2:27,11
  2. Tina Maze SLO, 2:27,15
  3. Elisabeth Görgl AUT, 2:27,25
  4. Fabienne Suter SUI, 2:27,52
  5. Kathrin Zettel AUT, 2:27,53
  6. Kathrin Hölzl GER, 2:27,58
  7. Eva-Maria Brem AUT, 2:27,62
  8. Julia Mancuso USA, 2:27,66
  9. 29. Taina Barioz FRA, 2:27,79
  10. Maria Riesch GER, 2:27,97
  11. Anemone Marmottan FRA, 2:28,00
  12. Olivia Bertrand FRA, 2:28,13
  13. Tanja Poutiainen FIN, 2:28,17
  14. Sarah Schleper USA, 2:28,36
  15. Michaela Kirchgasser AUT, 2:28,40

("Die Presse", Print-Ausgabe, 26. 2. 2010)

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11 Kommentare
Gast: Leser
26.02.2010 12:00
1 0

na ja... Gold ist es nicht....

was vom Kostenaufwand und Leistung bei den Nordischen (außer Springern) OK ist.... ist bei den Alpinen eigentlich schawach - dort zählt für Österreich nur die Goldene...
ABER: Ich fand sowieso die nordischen Staffeln , etwa der Gold-Kombinierer aber auch andere... VIEL SPANNENDER als einen RTL....
DAS sollte öfter gebracht werden !!!!!
(aber was solls: dort schlug d. Österreicherteam die Norweger - einst Großmacht... beim Herren RTL wars eben umgekehrt... Wichtiger ist eher: welche Sieger fuhren österreichische Skier !!!!!!!!!!!!!!!

Gast: Peterle
26.02.2010 09:25
0 1

Wieso war es für uns "der Nebel"?

Also das verstehe ich jetzt nicht:
Sind denn die anderen Damen wo anders gefahren als die ÖSIS?

Und: Es war beschämend zu sehen wie sich die Frau G. über ihr Bronze geärgert hat.
Gerade dass sie nicht hineingebissen hat vor Wut!
Gut ist dass Frau Zettel nicht gewann.
Die sollte sich erst mal beim Dr. Worseg runderneuern lassen.

Antworten Gast: Peter
26.02.2010 11:00
1 0

Re: Wieso war es für uns

na dann schau mal zu dem springen bei der nordischen kombination auf der großschanze - vielleicht verstehst es dann

die sind auch alle am selben tag, fast zur selben zeit von der selben schanze gesprungen und hatten sehr unterschiedliche bedingungen, die den sportlern teilweise keine chance ließen

Iason
25.02.2010 21:20
0 1

Silber für Tina Maze

super, gefällt mir.

Die Ösis sind auf den Brettern nicht mehr so gut wie früher. Naja, die Konkurrenz schläft nicht. Aber anscheinend haben die Trainer in Österreich auch einiges versäumt.

Gast: Hans
25.02.2010 19:56
0 0

wieder nix gewesen

wie wollen die ösv-damen jemals den riesenslalom bei olympischen spielen gewinnen, wenn sie nach dem ersten durchgang (1,3,4) gerade mal bronze retten? so gut sie im ersten DG waren, so schlecht waren sie im 2ten

also das war der beinahesupergau im 2ten durchgang, jede hat mindestens 2 plätze verloren

die ösv-läufer haben ein menatlprobelm, wenn es darauf ankommt bringen sie kaum ihr normales leistungspotential zustande, aber es hat auch was mit der einstellung zu tun, görgl war zufrieden, ok nach einer gewissen zeit kann ich mir das vorstellen, aber direkt nach dem rennen mit platz drei zufrieden sein, wenn man geführt hat, ist mir unverständlich

ein hermann maier wäre sicher nicht zufreiden gewesen, und der hat auch des öfteren gewonnen

Antworten Gast: hubsi 1
26.02.2010 08:07
1 0

Re: wieder nix gewesen

... sagt der hans

jetzt muss ich fragen was kann den der hans eigentlich ?

aber von wintersport hat der hans keine ahnung.

0 0

schei** piste

und schei** nebel!

ansonsten gut gefahren die 3 österreicherinnen.

Antworten Iason
25.02.2010 21:22
0 0

Re: schei** piste

Wenigstens kein Blech ;-)
Man wird ja bescheiden.

Gast: Fritz
25.02.2010 19:23
0 1

Nullnummer

Und schon wieder nichts, ihr Össis!!Grüße aus Deutschland und der Schweiz.

Gast: CSIDenied
25.02.2010 14:18
0 0

Damen Riesenslalom

Ich bin recht zuversichtlich, dass wir heute mindestens eine Medaille holen. Besten Fall Gold, Silber und Bronze :-)

Gast: Leser
25.02.2010 02:03
0 0

Markierung der Österreicherinnen

Wirklich kein Kommentar mehr..

Wie solche Dinge in der Presse zustande kommen, bleibt bei Aussenstehenden deren Fantasie überlassen.
Ein Schelm wer Böses dabei denkt, aber solcherlei Fehler häufen sich zuletzt.