Das Österreichische Olympische Komitee (ÖOC) hat gegen seinen ehemaligen Langzeitpräsidenten Leo Wallner eine Schadenersatzklage eingebracht. Das berichtet die Tageszeitung "Kurier" in ihrer Donnerstagausgabe. Demnach fordert das ÖOC vom 2009 zurückgetretenen Wallner 800.000 Euro, weil er im Zuge mutmaßlicher Millionenmalversationen der ÖOC-Finanzen seine Aufsichtspflicht verletzt haben soll. Auch gegen einen ehemaligen Kassier gehe das ÖOC juristisch vor, hieß es weiter.
"Der aktuelle Vorstand hat dafür Sorge zu tragen, alle notwendigen Maßnahmen zu setzen. Sonst bekommt er ein vereinsrechtliches Haftungsproblem", lautete der Kommentar von ÖOC-Generalsekretär Peter Mennel zur Schadenersatzforderung. Das ÖOC unter Wallner-Nachfolger Karl Stoss hatte sich bereits im laufenden Untreue-Verfahren gegen Ex-Generalsekretär Heinz Jungwirth als Privatbeteiligter angeschlossen.
Der ebenfalls 2009 zurückgetretene Jungwirth muss sich vor dem Straflandesgericht Wien wegen der Veruntreuung von ÖOC-Geldern in Millionenhöhe verantworten. Im Prozess gegen Jungwirth in der Vorwoche hatte dieser ausgesagt, Wallner habe ihn zu Führung eines Kontos außerhalb der ÖOC-Buchhaltung ermächtigt. Wallner, gegen den in Salzburg eine separates Strafverfahren läuft, hatte im Zeugenstand unter Wahrheitspflicht jegliche Kenntnis über "Schwarzgeld" bestritten und Jungwirth die Alleinverantwortung für die Finanzen zugesprochen.
(APA)
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