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Pannenserie vor Olympia: Ein Fehler kommt selten allein

26.07.2012 | 18:14 |  MARKKU DATLER (Die Presse)

Ein Elfjähriger flog von Manchester ohne Mutter, Ticket und Pass nach Rom. Londons brandneue Seilbahn blieb hängen, und in Glasgow wurde anstatt der nord- die südkoreanische Flagge gezeigt.

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So penibel kann die Planung für ein Event nicht verlaufen, ein Fehler passiert immer. Auch Olympia in London ist vor Pannen nicht gefeit, die Vorfälle vor dem Auftakt der Sommerspiele wecken angesichts rigoroser Sicherheitsvorkehrungen aber gehörig Unmut.

Den Auftakt zur Pannenserie lieferte die neue Seilbahn, die Olympia-Besucher von North Greenwich zur O2-Arena führen soll. Sie blieb am Mittwoch aufgrund eines Defekts hängen. An sich eine gute Aussichtsplattform, nur zu Mittag bei brütender Hitze gefangen über der Themse zu baumeln und dabei zu beobachten, wie sich Schaulustige neben ebenso staunenden Arbeitern der Seilbahnbetreiber formieren, kann einem schnell die Laune verderben. „Emirates Air Line“ kümmerte sich nach der Wiederinbetriebnahme um alle „Gefangenen“. Ob Zivilklagen folgen, wurde vorerst nicht bekannt.

Einen viel gröberen Lapsus leisteten sich die Sicherheitsbeamten auf dem Flughafen in Manchester. In Old Trafford finden Fußballspiele statt, daher gilt auch dort der Olympische Sicherheitsschirm. Doch ein Elfjähriger schaffte es, ihn zu knacken. Ohne Pass und Flugticket unternahm der junge Mann einen Ausflug – nach Rom! Erst an Board der Fluglinie Jet2.com wurde der „blinde Passagier“ entdeckt. Eine Stümperei, die sowohl auf dem Airport als auch bei der Fluglinie für Köpferollen sorgen muss. Die Erklärung, dass der Junge „doch keine Gefahr für Passagiere und Flugzeug dargestellt hat“, ist armselig.

Irritierend wog auch die Panne, die vor dem Spiel der Fußballerinnen aus Nordkorea gegen Kolumbien passierte: Auf der Anzeigetafel wurde die südkoreanische Flagge gezeigt. Die Spielerinnen des kommunistisch regierten Landes verließen daraufhin sofort den Rasen. Sie kamen erst nach einer Stunde und einer offiziellen Entschuldigung auf den Platz in Glasgow zurück – und siegten mit 2:0.

Es gibt Fehler, die dürfen einfach nicht passieren. Das ist genauso unentschuldbar, als würde man Ordner zu Eingängen stellen, die keinerlei Ortskenntnis besitzen und tatsächliche Wegweiser im Olympiapark falsch herum aufstellen. Aber auch das ist passiert.

 

E-Mails an: markku.datler@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 27.07.2012)

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1 Kommentare
Gast: pol Beobachterin
27.07.2012 09:54
0 1

Herr Datler, sudern Sie jetzt jeden Tag?