Ausgerechnet Alexander Winokurow. Den fast 39-jährigen Kasachen hatte vor dem olympischen Radstraßenrennen niemand auf der Rechnung, sein Sieg vor dem Buckingham Palace aber war vor allem ein Schlag ins Gesicht der wahren Olympioniken. Winokurow ist kein Unbekannter, vor allem ist er nicht gerade als großer Sportsmann bekannt. Bei der Tour de France hat man ihn einst wegen Fremddopings gesperrt, schon vor 2007 aber war der Kasache mehrmals unter Dopingverdacht gestanden. Aber der Olympiasieger, der als Relikt des alten Radsystems gilt, soll in der Vergangenheit auch andere unsaubere Methoden angewendet haben. Dem Russen Kolobnew soll Winokurow vor zwei Jahren 100.000 Euro dafür gezahlt haben, damit dieser ihm den Sieg beim Klassiker Lüttich–Bastogne–Lüttich überließ. Der nunmehrige Olympia-Erfolg des Wiederholungstäters war jedenfalls ein fatales Signal im Kampf gegen Doping. Denn würdige Sieger sehen anders aus.
wolfgang.wiederstein@diepresse.com
("Die Presse", Print-Ausgabe, 30.07.2012)
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