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Jukic gegen Funktionäre

01.09.2012 | 18:15 |  von Wolfgang Wiederstein (Die Presse)

Auf Österreichs Schwimmverband warten große Entscheidungen, das Duell lautet Dinko Jukic gegen Funktionäre. Dabei geht es bereits um die Sommerspiele in Rio de Janeiro 2016.

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Markus Rogan ist nach Olympia in London wieder abgetaucht, Dinko Jukic liegt im Clinch mit dem österreichischen Schwimmverband. Er wurde dieser Tage vom unabhängigen Verbandsgericht wegen der Beleidigung von Funktionären für zehn Monate unbedingt und zwei Monate auf Bewährung gesperrt. Und dennoch ist der Präsident des Schwimmverbandes der Meinung, dass es auch eine Zukunft ohne Jukic, bei den Sommerspielen Vierter, gibt. Der Betroffene selbst schweigt noch, seine Anwälte aber kündigten an, die Sperre rechtlich bekämpfen zu wollen. Schließlich sei die Zusammensetzung des unabhängigen Verbandsgerichts statutenwidrig.

Dinko Jukic hegt den Verdacht, dass man ihn mundtot machen wolle. Er prangert an, dass viele Entscheidungen im Verband von der Willkür einer Person – von Präsident Paul Schauer – abhängig sind. Ebenso klagt der Schwimmer an, dass vielen Funktionären in Wahrheit Sightseeing wichtiger sei als die Wettkämpfe. „Eine Schande, solche Leute an solche Positionen zu setzen.“ Für den Fall, dass sich an der Zusammensetzung des Vorstands nichts ändert, kündigte Jukic („Ich reiße euch den Arsch auf“) jedenfalls seinen Rücktritt an.

In zwei Wochen, wenn der Verbandstag stattfindet, wird man mehr wissen. Bis dahin werden sich einige Funktionäre, die sich der Wiederwahl stellen wollen, selbst infrage stellen müssen. Einen Olympiavierten so einfach fallen bzw. ziehen zu lassen, das sollte doch gewissenhaft geprüft werden. Denn das Reservoir an wirklich talentierten Jungstars ist eher überschaubar, auch wenn Paul Schauer immer wieder die 17-jährige Lisa Zaiser ins Treffen führt.

Geht Dinko Jukic, der nicht nur eigenwillig, sondern auch undiplomatisch offensiv und impulsiv ist, über Bord, dann kommt dem österreichischen Schwimmverband die einzige Olympiahoffnung für Rio de Janeiro 2016 abhanden.

wolfgang.wiederstein@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 02.09.2012)

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3 Kommentare
Gast: Exschwimmer
02.09.2012 11:34
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verstehe Dinko nicht

Als ich noch aktiv war hatte ich immer den Eindruck, dass wenigstens die Jukics gut versorgt waren.
Von 5 Bahnen in der Stadthalle im Trainingsbecken, gehörten 2 den Jukics Geschwistern und die übrigen 3 standen dem restlichen Schwimmsport Wiens zur Verfügung.
Trotzdem schimpfte immer der Trainer-Vater und die Funktionäre liefen, wie es sich auch gehört.
Es ging so weit, dass die Zeitungen über arme Mirna berichteten, die angeblich mit Dutzenden von Kinder sich eine Bahn teilen mußte. Wunderte mich schon, warum keiner dieser Journalisten zu uns kam und sich die Lage ansah, bzw. richtig recharchierte.
Daher verstehe ich Dinko nicht. Herr Schauer war doch derjenige, der ihn immer unterstützte, sogar bei seiner Doping-Eskapade... Denke jeder andere hätte viel strengere Strafe gekriegt.

Gast: maanitu
02.09.2012 09:25
0 0

Wichtig aber nicht primär

wenn die Hoffnungen an einem einzigen Athleten hängen, ist etwas faul.
Höchste Zeit sich die Umstände anzuschauen. Denke das Hauptproblem stellen schlechte Trainingsbedingungen (Betreuung und vor allem Infrasstruktur) dar. Gehört unbedingt geänder zu werden.
Dann stellen sich die Erfolge automatisch ein und man isst nicht abhängig von einem einzigen Athleten.
Daher, ob Dinko in Rio startet oder nicht ist für die Entwicklung des Schwimmsportes bei uns nicht primär. Wichtig sind die optimale Trainingsbedingungen auf die Dauer zu sichern.

Gast: Max & Moritz
01.09.2012 23:22
0 0

...und die Moral von der Geschicht?!?!

1. egal wie der zukünftige OSV Vorstand ausschaut, wird es für Jukics wieder mal nicht passen, irgendeinmal kommt es zu Konflikten, weil sich Jukic nicht gut behandelt fühlen wird
2.Es kann doch nicht sein, dass alle unsere Medaillenhoffnungen im Sommersportarten von einem einzigen Athleten abhängen.
3. daher ist für mich relativ nebensächlich, ob Jukic in Rio für Ö startet od. nicht
4. viel wichtiger wäre entsprechende Infrastrukturen und Trainingsbedingungen für Nachwuchs- und Spitzensport zu gewährleisten
5. dann stellen sich nämlich die Erfolge von selbst ein und
6.man nicht (mehr) von einem einzigen Sportler abhänging ist, der sich wegen Mangel an Konkurrenz praktisch ALLES erlauben darf