Zlatan Ibrahimović

29.12.2012 | 18:03 |  von Wolfgang Wiederstein (Die Presse)

Der schwedische Superstar Zlatan Ibrahimović hat zum Jahresende sogar einen Messi und Ronaldo vernichtend geschlagen. Uns bleibt die Hoffnung auf die „Alabanierung“.

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Die Wahl zum Weltfußballer des Jahres steht zwar noch an, aber Lionel Messi, diese argentinische Tormaschine, die sogar den Rekord von Gerd Müller durchlöcherte, musste dieser Tage eine empfindliche Niederlage einstecken. Von diesem Schock wird sich der Superstar des FC Barcelona lange nicht erholen, auch Cristiano Ronaldo soll der Überlieferung nach ziemlich blass geworden sein. Das hat nichts mit ausbleibenden Erfolgen zu tun, nichts mit dem Meistertitel, den Real Madrid eigentlich jetzt schon abschreiben kann. Denn auch der Portugiese, der immer wieder in Verbindung mit Manchester United gebracht wird, gehört zu den geschlagenen Helden. Messi und Ronaldo mussten das Feld räumen für einen ganz Großen. Die Deutschen hat er bereits das Fürchten gelehrt, spätestens seit dem legendären 4:4 der Schweden gegen die Auswahl von Jogi Löw ist er jedem ein Begriff. Ganz zu schweigen von seinem unfassbaren Fallrückzieher, passiert beim Sieg über England. Dieses Tor des Jahres aber war nur ein Treffer bei seinem Hattrick-Festival.

Zlatan Ibrahimović hat Messi und Ronaldo elegant ausgetrickst. Dafür erhält er zwar keinen Pokal und auch keinen goldenen Schuh – sondern noch viel mehr. Das Wort „zlatanieren“ soll nämlich als einer von 40 Neologismen Aufnahme in den schwedischen Duden finden. Als Synonym für „etwas mit Kraft dominieren“. Der Ausnahmekönner wird damit bis ans Ende aller Tage verewigt, da kann Konrad Duden noch so den Kopf schütteln. Dann hoffen wir, dass die Österreicher den guten Zlatan 2013 vielleicht so richtig „alabanieren“. Es darf aber auch ein Schuss „arnautovićieren“ dabei sein. Was das betrifft, sind wir flexibel.

wolfgang.wiederstein@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 30.12.2012)

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