Kitzbühel/Wien. Den größten Stress hat Alexander Antonitsch schon überstanden. Im Kampf gegen die Olympischen Spiele hat sich der Kitzbüheler Turnierdirektor, am Sonntag startet der Hauptbewerb, gut gehalten. Das Sandplatzturnier in den Tiroler Alpen geht dieses Jahr unmittelbar vor dem Saisonhöhepunkt in London in Szene.
Absolute Topspieler waren so unmöglich von einem Antreten in Kitzbühel zu überzeugen. „Eine ganz schwierige Woche, die du alle vier Jahre hinnehmen musst“, sagt Antonitsch im Gespräch mit der „Presse“. Kitzbühel kann keinen Top-10-Spieler anbieten, dafür Qualität in der Breite.
Der Ex-Daviscupper hofft auf Erfolge der deutschen Aushängeschilder Florian Mayer, Philipp Kohlschreiber und Tommy Haas. Sie könnten im Laufe der Turnierwoche Zuschauer über die nahegelegene Grenze locken.
Muster gehört die Vergangenheit
Aus österreichischer Sicht kann man nicht länger auf einen vollen Center Court durch Auftritte von Altmeister Thomas Muster hoffen. Der French-Open-Sieger 1995 hat sich im Vorjahr endgültig von der internationalen Tennisbühne verabschiedet. Die heutige Generation ist gefordert. Andreas-Haider Maurer und Dominic Thiem stehen dank einer Wildcard des Veranstalters fix im Hauptbewerb.
Beide bewiesen zuletzt ansteigende Form. Im Vorjahr überstand kein Österreicher die erste Runde. An ein Déjà-vu denkt niemand. „Thiem ist ein Versprechen für die Zukunft. Er soll uns in den nächsten Jahren viel Freude bereiten“, sagt Antonitsch, der dem 18-Jährigen bei einer guten Auslosung „ein paar Siege“ zutraut.
Haider-Maurer, 25, ist in Abwesenheit von Jürgen Melzer – er bereitet sich in den USA auf Olympia vor –, Österreichs Nummer eins. Antonitsch: „Er hat mit seinem starken Aufschlag in der Höhenlage viele Möglichkeiten.“ Der Kartenvorverkauf läuft vielversprechend – auch ohne Muster. Antonitschs Wunsch: „Ein Österreicher und ein Deutscher im Halbfinale.“
("Die Presse", Print-Ausgabe, 20.07.2012)
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