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Roger Federers „erhoffte“ Reaktion

20.08.2012 | 17:02 |  von Senta Wintner (Die Presse)

Der Schweizer gewinnt das Finale des Masters-1000-Turniers in Cincinnati gegen den Serben Novak Djokovic mit 6:0, 7:6. Der Weltranglisten-Erste hat Olympia abgehakt und strebt bei den US Open nach Bestätigung.

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Cincinnati. Alles war für den großen Showdown im Finale des Masters-1000-Turniers in Cincinnati angerichtet. Nicht nur, dass die Top zwei der Weltrangliste aufeinandertrafen, sowohl Roger Federer als auch Novak Djokovic präsentierten sich in blendender Form und waren sogar ohne Satzverlust ins Endspiel eingezogen. Doch das mit Spannung erwartete Gipfeltreffen blieb ein kurzes Vergnügen. In nur 80 Minuten fertigte Federer den Serben 6:0, 7:6 (7) ab und feierte beim mit 3,43 Millionen Dollar dotierten Hartplatzevent seinen 21. Masters-Sieg.

Damit stellte Federer die Bestmarke des Spaniers Rafael Nadal ein. Mit seinem fünften Triumph überholte er zudem auch den Schweden Mats Wilander und kürte sich zum Rekordchampion von Cincinnati. Für Djokovic setzte sich hingegen eine schwarze Serie fort, zum vierten Mal nach 2008, 2009 und 2011 verlor er das  Finale.

Im Eiltempo, dazu ein „Bagel“

Federer schrieb nicht nur wieder einmal Statistiken neu, sondern beeindruckte durch sein extrem starkes Auftreten. Der Schweizer kassierte im gesamten Turnierverlauf kein einziges Break. Auch im Endspiel präsentierte sich der 31-Jährige nahezu makellos und ließ den sechs Jahre jüngeren Djokovic vor allem im ersten Satz alt aussehen. Während Federer sein glänzendes Aufschlagspiel unter Beweis stellte, brachte der Serbe nur die Hälfte der ersten Aufschläge ins Feld und leistete sich zudem gleich vier Doppelfehler. Der Schweizer entschied nach drei Breaks und zwanzig Minuten später den ersten Satz mit 6:0 – der erste „Bagel“ im 27. Duell der beiden Ausnahmespieler.

Im zweiten Satz zeigte sich Djokovic verbessert. Im Tiebreak hatte der Serbe sogar einen Satzball, doch Federer wehrte diesen mit einem Netzangriff brillant ab. Kurz darauf verwertete der Schweizer seinen zweiten Matchball mit einem spektakulären Vorhand-Winner.

Das Olympiafinale abgehakt

„Im zweiten Satz hatte ich meine Chancen, aber Roger war heute einfach besser“, resümierte der unterlegene Djokovic. „Das war die Reaktion, die ich von mir sehen wollte“, sagte Federer, der die Niederlage gegen Andy Murray im Olympiafinale offensichtlich abgehakt und die Umstellung von Gras auf Hartplatz bestens bewältigt hat. „Ich muss mich selbst pushen, das ist die beste Vorbereitung“, erklärte der Schweizer, der bereits das nächste Ziel vor Augen hat. Denn am 27. August beginnt mit den US Open der nächste Saisonhöhepunkt. Im Hinblick darauf hatte Federer in der Woche zuvor auch auf den Start in Toronto verzichtet. Er sagt: „Ich möchte so lange wie möglich auf der Tour präsent sein. Daher muss ich Einsätze und Aufwand abwägen und auch mal begrenzen.“

Die Nummer 1 im „Big Apple“

In Flushing Meadows strebt Federer seinen 18. Grand-Slam-Titel an. Fünf Mal triumphierte er bei den US Open, der letzte Sieg liegt allerdings bereits vier Jahre zurück. Im Vorjahr beendete ausgerechnet Djokovic im Halbfinale die Titelträume des Schweizers. „In New York wird es eine komplett andere Atmosphäre werden und der Druck ein ganz anderer sein“, ist sich Federer der Herausforderung bewusst. Er wird als Nummer eins der Welt in den „Big Apple“ reisen und ihn in jedem Fall auch als solche wieder verlassen. Denn dank seines Triumphes in Cincinnati baute er den Vorsprung auf Djokovic auf fast 900 Punkte aus und steht nun insgesamt bereits 295 Wochen an der Spitze.

Im Endspiel der Damen besiegte Li Na die Deutsche Angelique Kerber mit 1:6, 6:3, 6:1. Die Chinesin feierte damit den ersten Turniersieg seit ihrem Triumph bei den French Open 2011.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 21.08.2012)

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